Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Soosie simuliert

Hier sehen wir Shihtzudame Soosie in der hei?en Phase ihrer dritten Schwangerschaftssimulation. Locker die Beine in angenehmer Pose vom Körper abgewandt versucht sie mit ihrem dreiecksgleichem Leib möglichst viele Fliesen gleichzeitig abzudecken. Mit unschuldig jungfräulichem Blick versucht sie zu sagen: “Schwanger? Ich? Wie kommst du nur da drauf?”

Wenn man sie abtastet, vermeint man (wie bei den beiden vorhergehenden Simulationen) fröhliches Gehoppel zu spüren. Man produziert Milch. Wenn Pokki sie im ?berschwang des Balldrangs überrennt (dreimal am Tag), dann nörgelt sie. Treppen lässt sie sich hoch tragen.

Zwischen achtem und 16. August hat sie vermutlich (kraft meiner Abwesenheit und eines unfähigen Hundesitters) ihre Simulation begonnen, was bedeuten dürfte, dass in den Tagen nach dem 7. Oktober vermutlich viele vermutlich kleine vermutlich eingebildete Welpen rumfiepen werden. Oder auch nicht.

Ich glaubs erst wenn ich es sehe.

Der Autor

… in entspannter Pose… Im Spiegel ein erster photographischer Eindruck vom neuen Hause.

Neuigkeiten

Meinen beiden Lesern ist ja bereits aufgefallen, dass ich mein kleines Tagebuch mal wieder schändlichst vernachlässigt habe. Es könte durchaus daran liegen, dass unsere Internetanbindung hier am Poolhaus in etwa so gut wie nicht vorhanden ist (siehe Schaubild oben). Andererseits kann auch jede Vernachlässigung Gewohnheit werden. Aber der Reihe nach:

Neues vom Poolhaus:

Ich arbeite noch an meiner Poolfigur und habe das Gewässer daher bisher nur aus der Ferne sehnsüchtig betrachtet. Der Pool ist immer noch voll, sauber und unförmig.

Das Haus gefällt uns immer noch sehr, bis auf das eher inexistente kabellose Internet. Die erste Woche verbrachte ich damit, dem Hausbesitzer zu erklären, dass sein Router falsch konfiguriert ist und mir keine IP gab, diese Woche nun verbachte ich damit, ihm zu erklären, dass, wenn denn mal Internet da ist, der eingetragene DNS nicht funktioniert. Die Standardantwort ist ‘Engineer is come tonight." Ich habe noch nicht gewagt zu fragen, ob der Ingenieur eventuell weiblich ist. Wie auch immer, ich habe viel Zeit, in alten Büchern und Bildern zu stöbern und an gewissen Projekten zu schrauben.

Die Hunde lieben die Tatsache, dass man durch die vielen Türen im und am Haus meistens in die gleichen Räume gelangt und hassen die Tatsache, dass sie aus dem Schlafzimmer verbannt sind. Nichtsdestotrotz ist das Schlafzimmer im Vergleich zu alten Zeiten viel kuscheliger geworden.

Und wenn ich dann mal aufgeräumt habe und die Betten gemacht sind, wird es auch Photos der geheiligten Hallen geben.

Die Klimaanlage schafft 17 Grad im ganzen Haus. Nett. Strom ist im Mietpreis inbegriffen, so dass ich weder Hemmungen noch Gewissen habe und immer ein angenehmes europäisches Klima schaffe.

Aber sonst gehts uns gut.

Neues von den Hunden:

Soosie bildet sich wieder mal ein, schwanger zu sein. Diesmal allerdings mit solcher Perfektion, dass sie so fett und pregnant wie ein echter schwangerer Hund ist. Die Treppen lässt sie sich bereits hoch tragen, weil das Springen wohl etwas kompliziert ist. Ein Tierarztbesuch steht an um zu ermitteln, mit wievielen eingebildeten Welpen wir rechnen dürfen. Diesmal habe ich sie nicht beim Sex erwischt, so dass es durchaus sein könnte, dass Pokki zielsicher seine Gene ablegen konnte. Technisch gesehen kommt nur meine Bangkokwoche als Techtelmechtelzeitraum in Frage. Ich werde mir neue Hundesitter suchen müssen.

Pokki hat noch nie in einem Haus gelebt, dessen Türen durchsichtig sind. Entsprechend häufig hört man auf der Veranda ein “scattle scattle” (sich heftig auf Fliesen fortbewegende Hundetatzen) gefolgt von einem ebenso heftigen “plonk” und sieht ihn dann erstaunt vor dem geschlossenen Teil der nur einseitig geöffneten Terrassentür sitzen. Ebenso häufig steht er vor dem offenen Teil der Tür und tatzt mit der Pfote ins Leere um zu checken, ob die Tür offen ist oder wieder diese seltsame virtuelle Barriere da ist. Ein Gutes hat es, er verlässt die Veranda nicht mehr ungefragt und ich konnte endlich die “Hundetüre” auf den Stufen beim Umzug los werden (ein alter Karton, der eher als mentale Sperre diente, die Treppen nicht ungefragt abwärts zu hoppeln).

Dann haben wir (also die Hunde) uns endlich auf einen zweimaligen Gassigang täglich einigen können. An der Leine. Das kann man sich als Hundehalter zwar gut vorstellen, mit den beiden Fellbündeln war das aber so gut wie unmöglich, so dass ich sie am Ende unserer Zeit im alten Haus einfach nur in den Garten gescheucht habe. Nun gehen wir an der Leine. Soosie langsam hinten, Pokki schnell vorne und ich zerrissen in der Mitte. Morgens um sieben gehts gemütlichen Schrittes ans Meer (keine Sorge, alle Geschäfte sind schon erledigt, wenn wir nach 5 Minuten den Strand erreichen), man schaut sehnsüchtig in die Ferne und schreitet wieder nach Hause, nicht ohne kurz vor dem Poolhaus noch schnell einen erbitterten Hundekampf mit dem gro?en wei?en Hund zu haben, der irgendwie glaubt, das hier wäre sein Revier. Hah. Abends nach Einbruch der Dunkelheit das Ganze wieder, diesmal ohne bis ans Meer zu gelangen, aber was will man da auch sehen im Dunkeln, ja…

Aber sonst gehts uns gut.

Und dann war noch das, ganz zum Schluss — Neues aus dem Zirkus (kurz zusammen gefasst):

Donnerstag vor zwei Wochen hat man Samak (den kochenden Ex-Premierminister) zum Kandidaten für den durch seine Degradierung freigewordenen Premierministerposten nominiert. Muss man nicht verstehen, denn am Freitag vor zwei Wochen wurde er nicht wieder gewählt, weil gut 70 Mitglieder seiner PPP (Peoples Power Party) genannten Partei nicht zur Stimmabgabe antraten und die Opposition die ganze Sache auch boykottierte. von 235 zur Abgabe einer gültigen parlamentarischen Mehrheit benötigten Stimmen waren somit am Ende der Wahlsitzung 161 im Parlament anwesend, sie scherzten und lachten live im Thai-TV und verschoben die Neuwahl dann relativ einstimmig auf den folgenden Mittwoch.

Samstag erklärte Samak dann, dass er nicht mehr als Premierministerkandidat zur Verfügung stehen würde. Sonntag hatte man drei Ersatzkandidaten bei der PPP gefunden, Montag einen davon nominiert und Mittwoch einen neuen Premierminister gewählt. Somchai Wongsawat. Seit gestern ist dann königlich beglaubigt unsere neue Regierung im Amt.

Und jetzt wird alles gut. Denn der neue Premierminister wird von allen Parteien anerkannt, geliebt und ist auch viel mehr integer als wie der alte. Sagte ich schon, dass Somchai Thaksin Shinawatras (für die weniger regelmä?ig mitlesenden Leser — das ist der amtierende Präsident des thailädischen Profigolferverbandes mit derzeitigem Wohnsitz in London, zwei gültigen Haftbefehlen, einem Asylantrag, keinem Fussballverband aber einem eventuellen baldigen Wohnsitz auf den Bahamas) Schwager ist? Muss ich wohl vergessen haben.

Aber sonst gehts uns gut.

PS: Der Neue Premierminister von Japan hat sein ‘politisches Profil’ auch durch eine Kochshow verbessert, habe ich gelesen. Scheint ein asiatisches Phänomen zu sein.

Kategorie Seltsame Hobbies

Bei hi5.com alle User als Contacts adden, die “Samui” im Username haben. (Ein Satz mit 7:5 Denglish-Ratio. Das schaffen nur Samui-Portale!)

PS: arbeite gerade an einem längeren Artikel zu sozialen Netzwerken (für alle älteren Leser hier — das ist Internetkram) und deren Nutzung in Thailand.

Swimming-Pool

Dass der Swimming-Pool ziehen würde, wusste ich schon. Irgendwie denken alle Leute immer, das “wir Farangs in Thailand” den ganzen Tag am Pool oder in der Hängematraze liegen. Was grö?tenteils daran liegen könnte, dass viele Farangs, die ich kenne, ihre Telephonate nach Hause mit weitschweifigen Erklärungen beginnen, dass sie gerade am Pool in der Hängematte liegen… auch wenn es gerade aus Kübeln gie?t.

Jedenfalls hat mein neues Haus auch ein ganz fancy aussehendes Waschbecken im Bad, das rund ist. Rund. Ich fühle mich gleich eine ganze Farangkategorie aufgewertet. Von Holzhaus zu Steinhaus zu rundem Waschbecken.

Und dann ist das Wasser bis zum Rand gefüllt (ich bin schon wieder beim Pool), stylisch. Nicht so dödelig wie die Null-Acht-15-Plantschbecken der Ressort-Farangs um die Ecke mit ner Handbreit Luft rings ums Becken. Um das Ganze noch zu toppen, ist das ganze Teil in einer nicht wirklich definierbaren Form angelegt und hat einen Whirlpool. Wiederum rund.

Eigentlich mag ich ja Swimming-Pools nicht, aber für Photozwecke werde ich wohl mal nach Mitternacht reinschlüpfen. Bis an den Hals, ich hoffe, die Gesetze der Optik werden gnädig zu mir sein.

Und: Das Beste am neuen Haus™ — fast keine Farangs in der Gegend. “Nur Koreaner”. Sagte der Vermieter, nicht dass jetzt wieder die Rassistenvergleiche kommen. Und auf Koreaner stehe ich.

PS: Freitag ziehe ich um. Ich zähle die Stunden. In beiderlei Hinsicht.