Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Aus dem Fenster fallen

In Bangkok und anderen Farangansammlungen in Thailand fallen immer mal wieder Menschen von Dächern und aus Fenstern. Die stürzen sich nicht runter, sie werden nicht gesto?en, sie fallen. So wie mein Haus damals nicht ausgeraubt wurde sondern ich meine Sachen “verloren” habe.

Dummerweise gibt es in Bangkok viele Hochhäuser und so enden solche Fälle meistens tödlich. Wie dieser aktuelle Fall (ok, genug der Wortspiele).

Die Presse berichtet dann immer mit Genuss vom Tatort und die ?rtlichen Bild-Zeitungen bebildern das Ganze. Diesmal las ein 56jähriger Amerikaner seine Emails, rief “I’m power” und sprang. Sagt seine 56/2 Jahre alte Thaifrau.

Emails beantworte ich erst am Wochenende wieder. Andererseits: wenn ich hier aus dem Fenster falle, dann wache ich ziemlich lebendig im Gras auf…

Hundstage

Am Sonntag war es mal wieder soweit und ich habe die Hunde ins Hundespa gebracht. Gezwungenerma?en. Ihr Fell war so verfilzt, dass es mit herkömmlichen Mitteln (Kämme, Bürsten, ?le, Wasser) nicht mehr zu retten war. Ich habs gut zwei Wochen versucht, die kleinen Testobjekte haben dabei aber immer mehr Haare lassen müssen.

Also ging es Sonntag Morgen in den Hair Dog Shop. Dort angekommen betrachteten die beiden Friseusen das Malheur und unterhielten sich. “Tat phom” meinten sie, was “Haare schneiden” hei?t. Ich bin gleich eingefallen “Mai tat!!” und habe meinen treusten Hundeblick aufgelegt. Nach einigem Hin und Her hatte ich sie dann auch soweit, nicht zu schneiden.

Die nächste Hürde war der Preis. Sie wollten einfach nicht mit einem Preis rausrücken. Normalerweise zahle ich pro unverzottelten Schmutzhund 300 Baht (rund 7 Euro). Beim letzten Filz-Notfall haben sie 700 Baht pro Filzball genommen. Also plante ich jetzt (es war schlimmer als damals) 1000 Baht pro Hund ein. Die Englisch sprechende Friseuse meinte “?kkspänsiff!”. Ich sagte “Thats ok. I pay everything.” Sie meinte “Riiiiilih äkksänsiff!” ich erwiderte “Mai pen rai!” und dann sagte sie: “600 Baht.” Pause. Pause. “Each dog!”. Dann (der dumme Farang könnte das ja falsch verstehen) zeigten sie noch auf jeden Hund und sagten jeweils “600 Baht”. Ich verdrückte mir ein Grinsen und gab zu verstehen dass ich den Umfang begriffen habe und lies die Kleinen jaulend zurück.

Das war Morgens um Neun, abends um Sieben bekam ich zwei flauschig unfilzige lebhafte Fellbündel zurück. Sie wollten mir dann noch kleine Baby-Shi-Tzus andrehen, ich meinte aber, mit diesen beiden hier genug zu tun zu haben.

10 Minuten nach Ankunft zu Hause waren die Schnauzen bereits wieder verdreckt und die Zöpfe schief. Heute Morgen gabs neue Zöpfe. Ich frage mich, wie man Langhaarhunde züchten kann, die Zöpfe nicht mögen. Egal.

Ab sofort wird jeden Morgen der “Barbie — Jetzt bin ich mein eigener Friseur”-Kasten ausgepackt und Hunde entfilzt.

Ein Minister für die Sicherheit

General Sonthi Boonyaratkalin, ehemaliger Armeechef und Putschführer des am nächsten zurückliegenden Putsches, hat heute seinen ersten Arbeitstag als — genau — “Deputy Prime Minister in charge of security”. Also so ein kleiner thailändischer Schäuble.

Vergangene Woche wurden einige Ministerposten neu besetzt: ein kleiner Skandal erschütterte die ?bergangsregierung. Als Minister darf man an Firmen und Organisationen nur einen Anteil von maximal 5% halten. Einige (wie beispielsweise der Zensur- und Youtube-Minister) wussten nicht so genau, wie man diese Regel interpretieren solle und mussten leider gehen.

Gesagt hat er übrigens auch was, der Sonthi :

“This is not an attempt to cling to power. My good intention towards the country should not be interpreted as an attempt to cling to power. You should be able to separate the desire to cling to power and the good intention towards the country, otherwise the country will not be in peace.”

Mal sehen, was sich aus diesen klaren Worten (Hervorhebungen subjektiv von mir gesetzt) nach drei Monaten ergeben hat.

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