Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Gegendarstellung

Am Freitag den 8. Juni erhielten einige (rund 400) Emailnutzer (Freunde, Verwandte, Bekannte und auch ein paar Pissnelken) weltweit eine Email, in der die Behauptung aufgestellt wurde, “Patrick Kollitsch wants to talk with you using the new Yahoo! Messenger”.

Die Redaktion möchte hierzu Folgendes darstellen:

Das ist nicht wahr. Er will sich nicht unter Verwendung des Yahoo! Messengers unterhalten. Es gibt genügend Tools, mit denen man sich convenienter unterhalten kann. Skype . Jabber . MSN .

Beim Installieren hat das dämliche Programm einfach sämtliche Adressbücher durchsucht und Mails verschickt — ohne Sicherheitsabfragen seitens der Emailprogramme. Sehr bedenklich.

Wir möchten also festhalten: Yahoo! Messenger ist ein crappiges Stück Schrottsoftware. Man kann es deinstallieren, indem man in der Systemsteuerung auf Software geht, dort den Eintrag für Yahoo! Messenger wählt und immer schön “Ja” und “Ok” klickt.

Auf die Frage, warum gerade jemand wie er Yahoo! Messenger installierte, erwiderte Patrick Kollitsch leicht errötend “Videochat. Thaifrau.” Er gelobte Besserung und wird in Zukunft Hände und Gedanken von Frauen jedweden Geschlechts lassen.

PS: Für die Statistiker — Von 400 unverlangt versandten (und empfangenen) Emails haben 24 Kontakte einen Link in der HTML-Mail angeklickt und das Programm installiert. Das sind 7%. Nur für den Fall, dass jemand wissen will, wie man Trojaner verteilen kann.

Zurück ins Königreich

Thaksin kommt zurück. Wie schön. Heute morgen lies er verkünden, dass er zurück kommen wird, egal ob die Regierung es ihm erlaubt um sich gegen die unhaltbaren Behauptungen gegen ihn zu wehren. Zwei Stunden später war der Artikel darüber bei The Nation umbenannt in “Ousted PM is welcomed back: PM and Junta’s chief”. Er darf gerne zurück kommen. Nicht weil er sich nicht drum kümmert, ob man es ihm erlaubt, sondern weil er willkommen ist, sich in seinem Korruptionsprozess zu verteidigen.

Aber zwei Stunden lang war er doch richtig reaktionär, der Präsident vom Golfverein.

Neues aus Soddom

Die vergangenen beiden Abende musste ich im Schutz der Dunkelheit häufiger nach Chaweng. Das hatte technische und Eiscreme-Gründe. Jedenfalls hatte ich wieder Gelegenheit, interessante Beobachtungen zu machen. So eine halbe Stunde auf einer Parkbank auf bzw. (wenn wir technisch genau sein wollen) an der Beachroad hat was…

  • Die Koreaner sind da. Das ist immer die schönste Zeit im Jahr für Leute wie mich, wenn die Koreaner da sind. Ein Augenschmaus. Leider nur die Frauen. Ich frage mich manchmal, wie diese potthässlichen Männer an so schöne Frauen kommen. Ich kann es mir nur mit einem ?berangebot auf der weiblichen Seite und “inneren Werten” (muahah) bei den Männern erklären.
  • Die Schweden sind auch da, allerdings sind alle Schwedinnen dieses Jahr fett. Irgendwas muss denen ins Wasser gemixt worden sein.
  • Es ist Nebensaison, denn die Anzahl der mir angebotenen Massagen und anderen Dienstleistungen war mal wieder überproportional hoch.
  • Absolute No-Can-Dos für Touristen, die sich nicht lächerlich machen wollen:
    • Frauen: Die Haare zu Rasta-Zöpfen mit Holzperlen knoten lassen. Das hat den Charm einer polnischen Grenzort-Prostituierten.
    • Männer: Ein fettes lautes Motobike mieten, eine Urlaubsbekanntschaft hinten drauf setzen und dann knatternd die Beachroad entlangfahren und vergessen, den Blinker auszuschalten oder wahlweise stehende Pickups nicht überholen können.
    • Alle: Diese doofen Plastikschuhe kaufen, die seit diesem Jahr “in” sind. Hässliche Plastiktreter mit einer Schlaufe hinten, die hochklappbar ist (Photos folgen, wenn ich mal bei Tageslicht recherchieren kann).
  • In den Buchhandlungen gibt es im Bereich “About Thailand” immer nur “Tatsachenberichte” von Ex-Prostituierten (erwachsen und Kinder) und Knastberichte von Farangs (dazu muss man mit Drogen handeln oder Menschen töten). Letztere sollen wohl die grausamen Verhältnisse in den Gefängnissen des Landes anprangern. Nichtsdestotrotz ergibt sich damit eine interessante Au?enwirkung des Landes. Sex and Crime.

Wie auch immer. Von nächtlichen Ausflügen nach Chaweng hab ich erst einmal wieder genug.

Livefrieren

Heute abend wird (mal wieder) live im Fernsehen verkündet , ob die Reichtümer von Thaksin Shinawatra, seines Zeichens Vorsitzender des Thailändischen Golfvereins, eingefroren werden sollen.

Update: Es wurde kräftig eingefroren. 5 Fälle halten die Mitglieder des Antikorruptionsausschusses als “beklagbar” (in Thailand wird immer erst festgestellt, ob man gegen jemanden klagen kann, ehe Klage erhoben wird) eingestuft (darunter der Verkauf von Shin Corp an Singapore) und 1.5 Billionen Baht auf den Konten von Thaksin und seiner Frau wurden “eingefroren”.

Thaksin wird das (neben der schlechten Propaganda die trotz allem Marketing ist, denn die Entscheidung wurde ja schlie?lich von einer Militärregierung getroffen) wenig kümmern, soll er doch damals, kurz vor dem Putsch mit einem Flugzeug voller Geldkoffer zur UNO geflogen sein. Da macht es auch nichts, wenn mal ein oder zwei Koffer abhanden kommen.

Wahrsager wissen mehr

Potjaman Shinawatra hat nicht nur den selben Nachnamen wie Thaksin Shinawatra, der Vorsitzende des Thailändischen Golfvereins, sie ist auch seine Frau. Nichtsdestotrotz sieht sie ihn derzeit seltener, weil er in Japan Interviews geben muss, auf Bali golft, sich in Russland beklauen lässt und in London daraus resultierende Visaangelegenheiten zu erledigen hat.

Sie hingegen hält sich im Land des verhaltenen Lächelns auf und reiste gestern nach Chiang Mai, wo sie einen bekannten Wahrsager traf und sich mit ihm über die Zukunft unterhielt. Nicht ihrer, der des Landes.

Der letzte Satz des Artikels hat es mir angetan: Sonthi Boonyaratkalin, der Chef des Nationalen Sicherheitskomittes und (man möge mir die populistische Wortwahl verzeihen) Juntaführer hatte beim selben Wahrsager heute einen Termin. Wäre nicht das erste Mal in den letzten 9 Monaten, dass Potjaman Termine mit Leuten hatte, die kurz darauf Termine mit Sonthi oder Premierminister Surayudh hatten.

Das ist natürlich reiner Zufall.