Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Friseurgeschichten

Gestern war ich beim Friseur. Die Hunde auch, aber das ist eine andere Geschichte.

Ich habe einen Stamm-Haar-Shop hier um die Ecke, geführt von einer etwas älteren (aber nicht zu alten) Thai, die ein wenig Englisch spricht. Dann gibt es noch wechselnde junge meist recht ansehnliche Friseusinnen, welche die Kleinarbeit (föhnen, waschen, maniküren, massieren usw.) machen.

Normalerweise geh ich da rein, die Chefin sieht mich schon von Weitem, fängt mich ab, packt mich in einen Stuhl, fragt was ich will (“short” sag ich immer, ende aber meistens mit einem braven Jungenschnitt der nach europäischem Verständnis mittellang ist) und schnippelt los.

Diesmal betrat ich frohen Mutes den Shop und die Chefin war nicht da. Dafür drei kleine Friseusinnen, die sich mit sich selbst (also ihren Haaren) beschäftigten. Bei meinem Anblick wurden ihre Augen größ (im Sinne von Schrecken). Ich hab ja schon mal gehört, dass Thai-Friseusen Angst vor Farangs haben, weil die sich immer beschweren und von ihren Fransenschnitten nicht so begeistert sind, habe es am eigenen Leib noch nie erlebt.

Nun also ich. Mein wohlartikuliert hervorgestossenes “Sawadee Krap” half nicht viel. Ich sagte “yaak tat phom” (Ich will einen Haarschnitt), sie reagierten aber nicht. Ich stand im Shop wie ein Geist und sie berieten mich verbal ignorierend aber ständig betrachtend (“kann es uns hören? oh, jetzt hat es sich bewegt.”), was zu tun sei. Nach einer kleinen Weile griff sich dann eine der Friseusen-Thais ein Herz und ein Mobile und rief jemanden an. Die Chefin.

5 Minuten später war alles wie immer. Die Chefin kam, wir trieben ein wenig Gossip, sie packte mich in einen Stuhl, fragte mich, was ich will (“short” sagte ich, sie frug “short?”, ich sagte “short”, sie sagte “but is short”, ich sagte “make it half of it”, sie sagte “that really short”, ich sagte “I know”) und fing an zu schnippeln. Es fielen Haare und am Ende sagte sie “now really short” und die Friseusinnen im Hintergrund murmelten was von “handsome man” und nahmen Handyphotos (was ich natürlich nicht bemerkte).

Ich gehe gerne zum Friseur.

Friseurgeschichten

Gestern waren die Hunde beim Friseur. Ich auch, aber das ist eine andere Geschichte.

Samui ist von der Trockenzeit heimgesucht. Hitze, wenig Wind und jede Menge Sonne. Die letzte Woche verbrachten die Hunde größtenteils unter der Couch hechelnd und relativ unbewegt. Wenn sie sich mal bewegten, dann nur um rauszulaufen und den nächst besten Distelbusch zu besuchen. Man muss sich das ungefähr wie Weizen oder Roggen vorstellen, nur anstelle der Körner kleine Disteln. Die verfangen sich dann im Fell, werden versucht durch Beißen zum Abfallen bewegt zu werden, was die Sache natürlich verschlimmert. Am Ende kommen auf 10 Minuten Draußen rum rennen 1 Stunde Distel-Nothilfe. Von dem ganzen Kleinviehkram der sich im Fell verstecken kann mal ganz zu schweigen.

Jedenfall entschloss ich mich schweren Herzens, den Fellbündeln eine Rasur verpassen zu lassen. Als ich die Geschirre (wir Shih-Tzu-Halter schwören auf Geschirre an Stelle von Halsbändern) aus packte, waren die Beiden sehr begeistert. Geschirre, das heißt Moped fahren und es gibt nichts Schöneres als sich den Wind um die Schnauze wehen und die Ohrlappen im Fahrtwind flappern zu lassen. Leider wissen sie auch, dass es dann meistens zum Arzt (iiih, böse Spritzen) oder Hair-Dog-Shop (argh, andere Hunde und Wasser von oben und unten) geht. Trotzdem. Wind und Moped toppt alles.

Am Shop angekommen konnten Pokki und Soosie nicht schnell genug hinein kommen. Drinnen waren die Käfige an der Wand aufgebaut und der Deckenlüfter blies die Hunde in selbigen (mehrere Shih-tzi und ein Pudel) an. Normalerweise sind sie hinten versteckt, es gibt aber keine Klimaanlage und an heißen Tagen ist es dort wohl sehr warm.

Die Hunde bellten, die Friseuse kam, fragte “shower?” ich sagte “yes and cut”. Sie bekam große Augen (im Sinne von Schrecken). Dann fragte sie “cut?” ich sagte “yes. cut!” sie griff Pokki ins Fell, streichelte ihn ein wenig und fragte wieder “cut?”. Mir wurde plötzlich klar, dass die Strategie darauf hinaus lief, mir ein schlechtes Gewissen zu machen und ich wechselte auf Thai und sprach “tat phom tsching tsching” (ja, wirklich schneiden). Die zweite Friseuse kam, wurde von meinem Vorhaben unterrichtet und fragte mich “cut?”. Ich versuchte auf Englisch die Sache mit den Disteln, der Hitze und den Insekten zu erklären und glaube, zumindest die Disteln verständlich gemacht zu haben, denn plötzlich sagte eine der beiden “aah. cut!”.

Als nächstes ging es um die Länge. Ich wollte auf so zwei bis drei Zentimeter hinaus, damit sie trotzdem noch wuschelig und als Aufreißwerkzeug funktionsfähig sind, das wurde aber abgeschmettert. Sie zeigten auf einen kleinen Shih-Tzu mit ganz kurzem braunen Fell. Nach einigem Verhandeln gab ich mich geschlagen, sie fragten noch mal “cut?”, ich sagte “cut!”, die Hunde wurden abgeführt und ich nach Hause geschickt.

Das war um neun morgens. Um zwöf begann ich die beiden zu vermissen. Um drei riefen sie (der Hair-Dog-Shop) an, dass die Hunde fertig sind (“pokki kap soosie finish now” — das kann missverstanden werden). Im Shop angekommen kamen mir die beiden in den gestrigen Photos zu sehenden Wesen entgegen gelaufen. Ich habe ziemlich lange gelacht und überlegt, ob sie süß oder lächerlich aussehen.

Den beiden scheint es zu gefallen. Sie sind aktiver (die Zeit die ich sonst mit Bürsten verbrachte verbringe ich nun doppelt mit Spielen) und müssen sich nicht ständig befellen lassen. Pokki steht auf nackte Shih-Tzus, denn seit gestern versucht er Soosie ständig zu besteigen. Das lässt mich aber relativ kalt, denn ohne Haare im Blickfeld kann man sehr gut erkennen, dass das nur Trockenübungen sind. Er vermutet den Zielpunkt seines Begehrens auf Soosies Rücken. Hehe. Dummer kleiner kahler Hund.

Clever

Armee Chef Sonthi Boonyaratkalin beweist hin und wieder, dass er nicht dumm ist. Diesmal hat er ein “Angebot” der USA ausgeschlagen , Thailand bei der Behebung der Konflikte im Süden helfen zu lassen.

Haha… No remorse!

Einen langen selbstbezogenen Eintrag schreiben, schnell noch einen Kommentar zu aktuellen südkoreanischen Themen schreiben, das Ganze löschen und nichtssagende drei Zeilen schreiben. Posten. Schlafen gehen.

Ich brauche dringend wieder ein Blog. Einen Blog. Den Blog. Quasi.