Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Erster Entwurf der neuen Verfassung

Der erste Entwurf der neuen Verfassung Thailands wurde heute vorgestellt. Mal sehen, was drinnen steht, die Übersetzung wird nicht lange auf sich warten lassen.

Der Entwurf darf nun diskutiert werden und soll dann entsprechend der Anregungen angepasst werden. Im Juli soll es dann ein öffentliches Referendum geben, das die Verfassung entweder annehmen oder ablehnen wird. In ersten Fall würde es Neuwahlen entweder am 23. oder 16. Dezember geben, in letzten Fall neue Probleme.

Hier. Photo!

Mangels Interesse an meinem Blog (meinerseits, ja, solche Phasen gibt es) hier ein Photo. Das bin ich. Kuckt mich an. Die Haare sind wieder viel zu lang. Ich gedenke ein kleines Experiment, ehm, anzustellen.

Das sind diese durch parasoziologische Stränge getränkten Reallife-Phasen. Vergeht auch wieder. Kurze Sätze. Viele Punkte. Nur das Gelb des Hauses bleibt.

Nächstes Wochenende wird der Entwurf der neuen Verfassung vorgestellt. Für Thailand. Dann liest man sich sicher wieder.

Zensur – Paranoid?

Ein Film, der international geachtet wird (ein Preis aus Hong Kong, Eröffnungsfilm des Internationalen Filmfestivals von Venedig) wird in Thailand nicht in die Kinos kommen. Es ist ein thailändischer Film. Es wird von einem “Board” verlangt, dass 4 Szenen geschnitten werden:

The scenes the board found objectionable show a young monk playing a guitar, a group of doctors drinking whisky in a hospital basement, a doctor kissing his girlfriend in a hospital locker room, and two monks playing with a radio-controlled flying saucer.

Der Film: Saeng Satawat (Syndromes and a Century)

Der Regisseur: Apichatpong Weerasethakul

Das ist Zensur , die mir Sorgen bereitet.

PS: Die Zensurgründe .

Kurz Geschnittenes 3

Es ist mal wieder Zeit, die Bookmarks der News abzugrasen, die es nicht in einen eigenen Eintrag geschafft haben:

  • Oliver Jufer, der Schweizer, der wegen des Übermalens von 5 Königsplakaten zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde, ist frei und zurück in seiner Heimat . Wobei ich nicht so genau weiß, ob er das nach 10 Jahren in Thailand noch als Heimat bezeichnen wird. König Bhumibol Adulyadej hat ihn wie erwartet begnadigt .
  • Thaksin hingegen wird nicht wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. Was nicht ausdrückt, dass er den König nicht beleidigt hätte, wie man den Kommentaren in den Abend-News entnehmen konnte ;)
  • Der Foreign Business Act wurde überarbeitet . Bisher galt ein Unternehmen als “Foreign Business”, wenn in deb Stimmen/Anteilen an der Firma mehr als 50% der Stimmen von Ausländern gehalten wurden. Das wurde teilweise abgeschafft. Ob das den Rückgang ausländischer Investitionen in den letzten Jahren aufhält, wird sich zeigen.
  • Ein englischer Diplomat führte (mit viel Tamtam auf der Startseite angekündigt) ein Blog bei The Nation Online. Er stellte Photos von sich online, ein Kommentator schrieb, dass er ihn in Soi Cowboy, einem der Rotlichtbezirke Bangkoks in Begleitung einer “2 Dollar Hure” (ich zitiere das mal nur) gesehen hat. Inzwischen gibts das Blog nicht mehr. Aber viel Häme von den anderen Medien .
  • Die eher unglaubliche Entführung eines Amerikaners, die ich vor gut einem Jahr als Kurzgeschichte gelesen habe (Link folgt sobald ich ihn wieder finde), fand dieses Jahr im April in Realität statt. Kein Scherz .

Songkran

Wir befinden uns mitten im Songkran, dem thailändischen Jahreswechsel. Das offizielle Neujahr in Thailand ist seit 1941 der gleiche Tag, der im gregorianischen Kalender das Neujahr darstellt, der 1. Januar. Das ist nicht der richtige Gregorianische Jahresanfang, sondern der Jahresanfang des Suriyakati-Kalenders, den man auch als gregorianischen Kalender Thailands bezeichnet. Gezählt wird allerdings vom Todestag Gautama Buddhas, 543 v. Chr. an, so dass wir nun das Jahr 2550 haben.

Songkran ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne in das Tierkreiszeichen des Widders, im indischen Tierkreis Mesha-Rasi, eintritt. Songkran ist wie viele andere Begriffe aus dem Sanskrit entlehnt und bedeutet soviel wie “Bewegen” oder “Wechseln”, also der Wechsel der Sonne in einen neuen Tierkreis.

Das genaue Datum des “großen Songkrantages”, des Tages, an dem die Sonne wechselt, wird von den königlichen Astrologen berechnet. Dieses Jahr fällt er auf heute, Samstag, 14. April. Das ist leider kein gutes Zeichen, denn fällt der große Songkrantag auf einen Samstag, muss man mit Missernten, Konflikten und teuren Gütern rechnen. Die offizielle Bekanntgabe des großen Songkrantages findet in Zeiten des Internets auf einer (nicht zensierten) Webseite statt.

Songkran besteht theoretisch aus den drei Tagen zwischen dem 13. und 15. April. Vielerorts fängt man aber schon ein paar Tage eher mit dem Feiern an (siehe Photos von meiner Nacht in Hat Yai ) und zieht die Feiern bis zum 17. April hin.

Bereits am Vorabend des ersten Songkrantages ist Frühjahrsputz angesagt. Man will nicht mit dem Schmutz des alten Jahres in das neue Jahr gehen. Am 13. April feiert man Wuan Mahasongkran, den letzten Tag des Jahres. Man geht ins Kloster und opfert den Mönchen Reis (mehr als sonst), Süsskram und andere Sachen. Der Abt und die Buddhafiguren des Klosters werden nachmittags rituell gereinigt, indem man sie mit Wasser übergie?t. Auch die älteren Familienmitglieder werden derart geehrt. Der 13. April ist gleichzeitig der National Elderly Day Am 14. April ist Wuan Nao, der Tag zwischen den Jahren oder “Der Tag nach dem Ende des letzten Tages”. Am 15. April, Wuan Talueng Sok, feiert man den eigentlichen Neujahrstag.

Eine andere Tradition ist, am großen Songkrantag neun Tempel zu besuchen, was ich dieses Jahr aus technischen Gründen unterlassen habe.

Dass die “traditionalen Wasserschlachten” eine leichte Übertreibung der Tradition ist, Wasser über die Hände der Älteren und der Mönche zu gießen, macht den Kämpfern allerdings keine Sorge.

Weshalb Songkran außerhalb Thailands als “das Wasserfestival” bekannt ist. In eher traditionell orientierten Familien ist es ein Fest, an dem man die Eltern und Großeltern ehrt . Man braucht sich also nicht wundern, wenn rund um Songkran die Zeitungen voll mit Berichten über geriatrische Fakten wie bspw. der Tatsache, dass jeder 5. ältere Thai allein lebt (ein Zeichen für den Verfall der Familienwerte). In Bangkok dürfen an den drei Songkrantagen alle Thais über 60 Jahre gratis mit dem Skytrain fahren .