Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Banalitäten

Hab mich heute beim Rasieren fatal geschnitten. Ich sehe so aus den Augenwinkeln den Rasierer auf die Augen zu trudeln (womit ich beschäftigt war, mag der Leser nur erahnen), rei? den Kopf noch so rum und schon hab ich einen Dreierkratzer (raten Sie das Rasierermodell) unterm Auge, da wo gar keine Barthaare wachsen. Das glaubt mir wieder keiner, dass es nur ein Badezimmerunfall war.

Dann war das Wasser plötzlich alle. Grund: Die Leitungen um das Haus herum sind undicht. Nun haben die Pflanzen einen Swimming-Pool und ich schlechte Laune. Aber auch das fixen die Thais der Gegend ganz schnell mit einem gro?en Pflasterstein.

Au?erdem hatte ich das Notebook einfach mal in den Schrank geräumt. Dass ich nun diesen Eintrag schreibe zeigt eigentlich nur, wie langweilig es ohne ständiges Mailping, Instant Messenger Tüdelüh und Reader-Updates ist. Man könnte fast meinen ich wäre Single.

Gestern hatte mein bester Freund Geburtstag und ich habe das nicht vergessen. Es gibt da eine lange Historie von vergessenen Geburtstagen, nachzuzahlenden Geschenksendungen und falsch gemerkten Geburtsdaten und so weiter. Diesmal habe ich es dank OpenBC (nein, wir hei?en jetzt Xing) und Skype nicht vergessen. Dafür hatte ich meine bisherige Gedankenstütze vergessen: St. Patrick’s Day. Er hat einen Tag vor dem St. Patrick’s Day Geburtstag (nicht nach).

Eben fiel mir dann noch ein, dass heute St. Patrick’s Day ist und ich habe einen gewissen Alkoholvorrat herbei geschafft und werde nun eine Testreihe zu den Nebenwirkungen kontinuierlichen Chang-Nachschubs fahren.

Und die Hunde: das ist so eine Sache. Ich habe das dumpfe Gefühl, die haben da was am Laufen. Können gar nicht voneinander lassen die beiden.

Achso, ein Vogel ist auch noch ins Haus gelaufen und wollte sich dann nicht mehr rausjagen lassen und hat reichlich Federn gelassen, ehe ich ihn expatriiert hatte.

Feuer hinterm Haus

Die großen Ereignisse finden immer ohne mich statt. Eben kam ich aus dem Tesko zurück und die Büsche hinterm Haus brennen lichterloh. Die Straße 5 Meter weiter ist voller Aschefussel, es qualmt und knackt.

Am Haus angekommen jaulen die Hunde vor sich hin, weil alle Fenster offen sind — 33 Grad, ein bisschen Lüftung muss ja sein. Dummerweise war die Lüftung in diesem Fall Qualm. Also liess ich sie schnell raus und sie gingen, sich das Feuer aus der Nähe zu betrachten.

Mein Hausherr war auch schon in Aktion und löschte mit dem Gartenschlauch (und meinem Wasser. Was für ein Glück, dass das gratis ist). Er war ziemlich wütend, sofern man sein Stirnrunzeln so deuten kann. Gefühle artikuliert er lieber subtil.

Wir haben da zwei Thesen. Die erste ist die von einem Thai, der seinen Müll verbrannte, was ausser Kontrolle geriet. Das ist aber eher unwahrscheinlich, weil hier alle am Abend ihren Kram verbrennen. Die andere These ist schon wahrscheinlicher: Große Trockenheit seit Wochen, Hitze und eine achtlos weg geworfene Chipstüte dürften ausreichen, um das Stroh zum Brennen zu bekommen.

Von der Hantel zerschmettert

Eines der Hauptmerkmale des thailändischen Sensationsjournalismus ist die komplette Namensangabe der Opfer aller Straftaten und Morde. Und so bekommen wir auch heute wieder den vollen Namen eines deutschen Studenten mitgeteilt, der in seinem Apartment gestern ermordet worden ist . Neulich erfuhren die Eltern eines australischen Englischlehrers erst durch das Internet vom Tod ihres Sohnes. Sehr praktisch.

Ich glaube auch der Satz “Neighbors told police that miep lived by himself but had male friends coming over to his place almost every night…” wird Neuigkeiten für seine Familie mit sich bringen.

Glücklicherweise hat es The Nation nicht so mit Photos, sonst würden wir uns sicherlich einige blutrote Photos ansehen dürfen. Obwohl: auf einer der Mailinglisten werden sie wohl unweigerlich erscheinen.

Gebet

Grade besprang mich eine Gottesanbeterin. Ich glaube so laut hab ich im Leben nicht geschrien.