Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Pridiyathorn ist zurück getreten

Eben ist der stellvertretende Premierminister und Finanzminister der ?bergangsregierung Pridiyathorn Devakula zurück getreten .

Er hatte ja schon während der Somkid-Geschichte mit Rücktritt gedroht. Als Grund gibt er nun unüberwindbare Differenzen hinsichtlich der Finanzpolitik mit dem Premierminister Surayud an und erwähnt die Somkid-Sache auch noch einmal. Er sagt, dass die Regierung von bestimmten Medien beeinflusst werde und in derem Sinne handelt.

Als Reaktion auf den Rücktritt sind gleich einmal die lokalen Aktienindizes in Aufregung und befinden sich im freien Fall.

Pridiyathorn war ursprünglich sogar für das Amt des Premierministers im Gespräch.

Venusfliegenfalle

Die Herren im Bild oben werden aller zwei Monate lobend in verschiedenen Zeitungen erwähnt. Erst schrieb man, dass sie Vertragsverhandlungen mit Sony aufnehmen wollen, dann schrieb man, dass sie Vertragsverhandlungen aufgenommen haben (mit Sony) und dann hatten sie tatsächlich einen Plattenvertrag (mit Sony) unterschrieben.

Herren? Nun, ja, Herren. In früheren Berichten schrieb man immer, es handele sich um der Welt einzige Ladyboy-Band. In den letzten Berichten hei?t es dann schon, es wäre die erste Transgender-Band der Welt, weshalb ich annehme, dass es sich bei “Venusflytrap” inzwischen um eine gemischtgeschlechtliche Band handelt.

Im Dezember ist ihr Album raus gekommen. “Visa for love”.

Die Band hat sogar schon ihre eigene MySpace-Seite (mit jeder Menge Material) und eine offizielle Seite bei Sony Thailand (wenn deren Server mal nicht gerade ausgefallen ist).

Pattayas Normalität

Hin und wieder befinden sich unter den täglichen durch unnatürliche Ursachen getöteten Personen in Thailand Ausländer. Darunter ein amerikanischer Teenager, der sich zwischen zwei Wagen eines Zuges in Ermangelung einer Klimaanlage heraus lehnte, um sich abzukühlen und dann bei voller Fahrt von einem in die Strecke hängendem Hindernis herunter gerissen wurde (Stichwort “freak accident”) oder ein Sachsen-Anhaltiner, der wegen Pädophilie festgenommen wurde und nach einigen Tagen mit aufgeschnittenen Pulsadern in seiner Zelle aufgefunden wurde — als Todesursache wurde allerdings ein in den Mund gestopfter Sockenballen ermittelt, an welchem er erstickte.

Bei solchen Fällen reagieren die Medien, Politiker und die Polizei im Lande immer sehr sensibel und sind bemüht, die Fälle schnell zu lösen und “Schuldige” zu präsentieren (siehe auch die schnelle “Auflösung” des Mordes im New Hut vergangenen Januar).

Am Wochenende nun wurden in Pattaya (wo eigentlich regelmä?ig Farangs auf verschiedene Art und Weise umkommen — einer der Gründe, warum ich da noch nie war) zwei russische Touristinnen erschossen .

Sie reisten am 16. Februar mit einer russischen Reisegruppe ein, setzten sich ab und sind seither auf eigene Faus in Pattaya unterwegs gewesen. Dort sind sie durch einen Streit mit einem lokalen Liegestuhlvermieter aufgefallen (welcher als erster Verdächtiger herhalten durfte) und wurden dann Samstag morgen tot in ihren Liegestühlen aufgefunden. Der Parkplatzwächter eines benachbarten Ressort hatte Schüsse gehört. Vor dem Mord wurden sie zuletzt in einer Bar gesehen, wo sie sich mit zwei russischen Männern unterhalten haben (die als zweite Verdächtige herhalten durften). Der Mord wurde von einer ?berwachungskamera aufgezeichnet, allerdings ist der Täter nicht zu erkennen. Er ist relativ gro? und hat eine Figur, welche die Polizei zuerst zu der Aussage hinrei?en lie?, es könne ein ausländischer Täter sein, denn die Statur passt nicht zu einem Thai.

Alles in allem tappt die Polizei allerdings im Dunkeln. Man hat jede Menge Beweismittel, aber keinen greifbaren Täter, kein greifbares Motiv. Lt-General Assawin Khwanmuang (der auch schon im New-Hut-Mord für eine schnelle “Aufklärung” sorgte, ist auch hier wieder am Werke, allerdings wenig erfolgreich bisher. Die Gerüchteküche brodelt — es ist die Rede von russischen Bandenkriegen, die beiden Frauen sollen Prostituierte gewesen sein (eine Behauptung die inzwischen zurück genommen wurde). Der aktuelle Verdächtige ist ein Tourguide, der ohne Tourguide-Lizenz arbeitete und seit dem Mord verschwunden ist .

Pattaya ist wie gesagt bekannt für seine blühende Sex-Industrie und eine hohe Kriminalitätsrate. Dieser Mord kommt vielen Kritikern nun sehr recht, um ein Aufräumen Pattayas zu fordern. Pattaya ist als Hochburg ausländischer Krimineller bekannt. Von russischen Gangs ist die Rede.

Hier auf Samui haben “die Russen” nie einen Bein auf den Boden bekommen. Es gibt Berichte, nach denen russische Banden im Inselsüden versucht haben, heimisch zu werden. Allerdings haben drei einheimische Familien alle zwielichtigen Geschäfte in der Hand und regeln alle grö?eren Probleme per Auftragskiller. Diebe werden meist schnell gefasst (was nicht bedeutet, dass das Diebesgut wieder beim Bestohlenen landet), Insassen des Inselgefängnisses, denen ein Ausbruch gelingt, sterben meist auf der Flucht.

PS: Falls sich jemand über die Anführungszeichen um die Auflösung des Mordes im New Hut wundert: so ganz klar ist bis heute nicht, ob das Geständnis der beiden Täter echt oder gekauft ist. Den Imageschaden hat die schnelle Lösung des Falles aber gering gehalten.

Sarah Brightman

UBC (oh, ah, warte, es hei?t jetzt true Visions) ist sowas wie premiere für Arme. Also das premiere von vor drei Jahren, was Anderes kenne ich ja nicht. Auf thematischen Spartenkanälen werden nette “Hitserien” aus allen möglichen Ländern (nur nicht Deutschland, was uns das wohl zu sagen hat) je nach Paket verschlüsselt oder unverschlüsselt ohne Werbeunterbrechung dreimal täglich ausgestrahlt, nur um dann die verbleibende Zeit bis zur nächsten vollen Stunde mit Eigenwerbung zu füllen. Darüber (UBC (oh, ah, warte, es hei?t jetzt true Visions)) wollte ich schon länger mal schreiben. Jaja. Die Zeit. Die normalen Thaikanäle gibt es natürlich auch noch.

Jedenfalls: Wenn die Folge einer Serie auf true Visions series nur 35 Minuten lang ist, dann bleiben 25 Minuten für Trailer der anderen Kanäle (“Abenteuer Leben” — eine amerikanische Miniserie über Spermien die ein Ei befruchten das sich dann in aufregenden Animationen zum Baby entwickelt, was wiederum von Einspielern eines weiblichen thailändischen Leinwandstars unterbrochen wird, der anscheinend kurz vor dem Ploppen steht, Videos der “akademy fantasia”-Stars und Verständnisheischtrailer von UBC, was jetzt true Visions heisst — mit Clown und Luftballon).

Leider gibt es häufig nicht soviele Trailer, wie es Zeit gibt und so strahlt man eine Folge von “Jukebox”, einem normalerweise 10 Minuten langen Lückenfüller aus, in dem erst das Entstehen eines Videos dokumentiert wird, nur um dann das Video selbst zu zeigen. Hin und wieder kommt der geneigte Fernsehbetrachter mangels Zeitmangels dann in den eher fragwürdigen Genuss einer Spezialausgabe mit Sarah Brightman. Da wird dann kein Video erklärt, sondern 10 Minuten lang erzählt, wie sie von ihren einfachen Anfängen (einem Popvideo in den späten Achtzigern in Stretchhose) über “den Guinness-Rekord für die meisten in Deutschland verkauften Singles aller Zeiten” (ist das ein aktueller Anspruch?) zu so seltsamen Poptechnoklassik-Stücken wo sie Kolloraturen in seltsamen Kostümen singt und mit gro?en Augen an der Kamera vorbei sieht (wie Orlando in der filmischen Ringtriologie). Ich finde ja, mit bestimmten Knochenstrukturen am Schädel sollte man gewisse Kamerawinkel und “Gesichtsausdrücke” vermeiden oder verbieten.

Jedenfalls wird da kräftig geprotzt mit ihren ganzen Erfolgen und dass sie ja ein ganz normaler Mensch ist (sie sitzt in Trainingshose im Studio und iss ein Bagel) und überhaupt ganz total super toll und hoch singt und man bringt Ausschnitte aus Konzerten wo sie Songs singt, die normalerweise von den drei Tenören gesungen werden (das habe ich früher auch gemacht).

Mit dem Titelsong aus dem “Phantom of the opera” in einem Video das von der Bildqualität und Ausführung an die späten Achtziger erinnert endet das Ganze dann immer.

Mein dringender Appell an alle amerikanischen, britischen, französischen, australischen und tschechischen Hitserien: Bitte, macht eure Folgen mindestens 41 Minuten lang. Dann hat Sarah keine Chance mehr, meinen Morgen zu, ehm, bereichern und sich den Thais in Verbindung mit Deutschland einzuprägen. Dann bringt man nämlich kürzere Videos von Thaistars und der Dings… hier Hotelerbin… Paris Hilton… auch nicht intelligent (in der Aussage) oder schön aber kürzer.

Hin und wieder wünscht man sich einen kleinen Putsch herbei. Da gibts wenigsten Trailer mit Inhalten im Fernsehen zu sehen.

PS: So. Und nun mal Butter bei die Fische — Wer hat “Time to say Good-Bye” in der CD-Sammlung? Das ist ein prioritäres Ausschlusskriterium hier…

Terminplanung (Thaistyle)

Ende Dezember 2006 (vergangenes Jahr quasitxp:gho_footnote Mit Grüßen</txp:gho_footnote>):

Ich: I need an online-connection in my house next year. Is this possible?

Hausbesitzer: Yes. Yes. I check it with the company…

Anfang Januar:

Ich: How about my internet-connection?

Er: Yes. Yes. We can make it but it will cost 1000 Baht.

Ich: Ok, no problem.

Mitte Januar:

Ich: When is my connection ready? I need internet to work…

Er: Middle of february they say

Mitte Februar (um genau zu sein am 17. Februar, ich wusste nicht genau, wo in Thailand die Mitte eines nicht schaltjahrigen Februars liegt):

Ich: How about my internet?

Er: Yes. Yes. End of next week you have…

Ende der nächsten Woche (also vergangenes Wochenende):

Ich: Internet?

Er: Yes. I don’t know when. But you have to pay 3900 Baht now.

(Eine Stunde später hatte ich einen Router, keine Leitung, im Hause stehen.)

Gestern:

Ich: I will have to move if I don’t get internet until the end of the month. I cannot work.

Er: Yes. Yes. I check with the company.

Heute:

Er: Internet will come Thursday.

(Donnerstag ist meiner Rechnung nach der nächste Monat.)

Hätte ich ein Geisterhaus, ich würde glatt ein paar Räucherstäbchen anzünden. In 48 Stunden wissen wir mehr.