Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Diplomatisches Wischelwaschel

Der amerikanische Botschafter zu Bangkok , Mr. Ralph Boyce, hat vergangenen Mittwoch einen Webchat abgehalten (Transkript ), in dem er zu aktuellen Themen Stellung nahm. Dabei erfährt man unter anderem, dass sein Lieblingsaufenthaltsort zu Hause mit einem Buch oder einem Video ist, er das CNN-Thaksin-Interview neulich nicht sehen konnte, weil auch bei ihm UBC die ?bertragung abgebrochen hat (und er natürlich über keine anderen Wege verfügt, um an das Interview heran zu kommen) und dass sowohl die US- als auch die Regierung Thailands die Unruhen in den Südprovonzen als inländisches Problem ansehen.

Ein nettes webchattiges Beieinander also. (Ich finde die Zeitstempel im Transkript interessant.)

Anders schon reagierte der Deutsche Botschafter zu Bangkok, Hr. Dr Christoph Bruemmer auf sein mangelndes Au?enwerbungsprofil. Der musste sich zu einem Leserbrief von Kulkumut Singhara Na Ayudhya, Generaldirektor des Büros für Europäische Angelegenheiten (grins) am Thailändischen Au?enministerium, äu?ern und brachte in verschwurbelten Schachtelsätzen etwa Folgendes zum Ausdruck: Heute ist ein schöner Tag und bringt gefälligst ans Tageslicht, wo unsere Tsunamimillionen verschwunden sind. Und wir mögen euch ja schon noch…

?brigens treffen sich die Thailand-Botschafter der Staaten der europäischen Union während der Ratspräsidentschaft Deutschlands monatlich in der Deutschen Botschaft zu Bangkok , um, ehm, europäische Dinge zu diskutieren. Gemeinsamer Standpunkt und so.

PS: Wie hie? eigentlich dieser Politiker in der Harald-Schmidt-Show?

Wechsel

Monatswechsel ist Ortswechsel. Nur diesmal wieder. Wenn ich den Bus in Bangkok finde. Die 5eleven rückwärts. Busbahnhofsgeruch schnuppern. Fähre (langweilig, aber vieleicht mit photogenen Sonnenaufgang). Zurück auf der Insel. Banking. Moped holen, heim und den Hunden mitteilen, dass ich sie das nächste Mal auf jeden Fall mit nehmen werde.

PS: Böse Zungen mögen nun behaupten, dass ich die Insel nur deshalb herbei sehne, weil meine Hausbesitzer am 1. Januar, zwei Stunden bevor ich die Insel verlassen habe, mit Neujahrsgrüßen und einer Kiste Chang-Beer vorbei kamen, die nun neben dem Kühlschrank ein argwöhnisch beschnüffeltes Dasein fristet. Dem ist nicht so. Wirklich.

Krachender Tagesbeginn

In Bangkoks Norden wurden heute Nacht zwei ?bungsgranaten abgefeuert . Man geht von Chaoten aus, allerdings bietet sich genügend Stoff für Verschwörungstheorien, weil eine Granate in die Mauer der Büros der Daily News und eine in den Parkplatz eines naheliegenden Hotels einschlug.

In einer Nebennote, unbeachtet, in den News in drei Zeilen abgehandelt: Die Verdächtigen der Bombenanschläge am 1. Januar, die man vor einiger Zeit festnahm, sind alle mangels Beweisen wieder freigelassen worden. Nur gegen einen wird wegen unlizensierten Waffenbesitzes ermittelt.

In einer weiteren Nebennote: CNS-Chef Sonthi Boonyaratglin will sich mit Polizeichef Kowit Wattana treffen , den er für die Ermittlungen zu den Neujahrsbomben in Bangkok verantwortlich macht. Die Verdächtigen wurden festgenommen nachdem Sonthi sagte, dass Kowit verantwortlich ist.

Was man daraus zusammen konstruieren kann, ist Interpretationssache ;)

Risse im Goldenen Land

Suvarnabhumi, der relativ neue Flughafen Bangkoktxp:gho_footnote relativ neu, weil er eigentlich schon über 50 Jahre alt ist, wenn man den ersten Spatenstich mit zählt</txp:gho_footnote>, zeigt leider schon wieder Ermüdungserscheinungen. Risse auf Landebahnen und Zulieferbrücken.

Das ist für viele eine neue dramatische Entwicklung.

Manch einer jedoch, wie bspw. Sermsuk Kasitipradit, hat das schon vor 2 Jahren gewusst und berichtet. Sermsuk wurde damals auf Betreiben Thaksins von seinem Arbeitgeber Bangkok Post erst versetzt und dann entlassen — weil er mit seinem Bericht auch noch das das Land beschädigte. Das ist der selbe Thaksin, der noch vor gut zwei Wochen forderte, die Pressefreiheit in Thailand nicht mehr einzuschränken.

Jedenfalls wissen nun nicht mehr nur eingeweihte Zeitungsleser, sondern auch die gro?e ?ffentlichkeit und die Verwaltung des Flughafens, dass es nicht unerhebliche Mängel auf Suvarnabhumi gibt. Vergangene Woche wurden dann einige Landebahnen gesperrt und der Flugverkehr so stark eingeschränkt, dass manche Flüge bis zu 6 Stunden Verspätung hatten. Einige Flüge mussten sogar zum Betanken und Parken auf den Militärflughafen U Tapao in der Nähe von Rayong umgeleitet werden.

Nachdem schon im Dezember einige Stimmen laut wurden, den Inlandsflugbetrieb wieder nach Don Muang, dem alten Flughafen Bangkoks, zurück zu verlegen (Thai Air hatte das bereits beschlossen), wird das nun eine Zwangsnotfalllösung.

Rund 60 Tage wird die Verwaltung benötigen, dann ist Don Muang wieder im Betrieb, wenn das von der Regierung abgenickt wird. Mich erinnert das an einen Abend im Januar auf den Weg nach Laos: Der Bus fuhr am alten Flughafen vorbei, hell erleuchtet, menschenleer, die Leuchtschrift “Airport” leuchtete nur am “port”, das “Air” blinkte einsam vor sich hin.

Einige Leute finden es gut, dass Don Muang resurrektet wird. Dann hat Bangkok “so wie andere internationale Gro?städte” nämlich auch endlich zwei Flughäfen.

Will man also zukünftig nach Samui, so wird man in Suvanabhumi landen, eine nette Fahrt quer durchs Verkehrschaos von Krungthep machen dürfen, dann in Don Muang einchecken und auf die Insel fliegen. Da hat man doch viel mehr von der Bangkok-Tangierung und der Begriff “Anschlussflug” bekommt eine ganz neue Bedeutung.

Der gro?e Haustiertest

Liebes Tagebuch! Heute hatte ich mal wieder eine Frau auf dem Scho? sitzen. Sie trug ein rotes Kleid und sa? so rum und hin und wieder nahm sie meine Zettel mit den Passwörtern und zerknüllte die oder patschte auf dem Notebook herum. Eine ordentliche Unterhaltung war mit ihr nicht zu führen. Hand-Augen-Koordination war fast nicht vorhanden. Irgendwie hatte ich das anders in Erinnerung. Als dann auch noch ihre Speicheldrüse zur ?berproduktion ansetzte war meine anfängliche Faszination komplett verschwunden…

Das müssen wir aber nochmal umformulieren. Ich durfte ja in den vergangenen 4 Wochen einen direkten Vergleich zwischen meiner gewohnten Umgebung mit 8 und 14-monatigen Hunden und dem Januar-Biotop mit einem 5 Monate alten kleinen Menschen (im folgenden das Baby genannt) anstellen. Dabei habe ich so einige Vor- und Nachteile der jeweiligen Lebensart feststellen können. Falls Sie also vor der Entscheidung “Hund oder Baby?” stehen, lesen Sie ungestüm weiter!

  1. Haare: Meine Hunde hatten mit 5 Monaten schon jede Menge Haare. ?berall! Das Baby hat eine eher selektive Auswahl an Haaren am vorderen Ende. Allerdings fallen dem Baby auch nicht so viele Haare aus und in der Gegend rum. Hunde:0.5 — Baby:0.5

  2. Fortbewegung: Meine Hunde konnten mit 5 Monaten bereits eigenständig das Haus verlassen (siehe 3.) und in der Gegend rum laufen. Das Baby muss von Ort A nach Ort B getragen werden und liegt ansonsten herum. Der anfängliche Nachteil des Babies verwandelt sich in einen Vorteil, wenn man gerne die Hoheit über den Aufenthaltsort des jeweiligen Vergleichsobjektes bestimmen will. Hunde:1 — Baby:1

  3. Stoffwechselendprodukte (bzw. deren Entledigung): Beide Hunde sind mit 5 Monaten zu 90% in der Lage gewesen, durch entsprechende Geräuchentwicklung, Blicke oder das eigenständige Verlassen des Hauses ihren Geschäften nach zu gehen oder Idealbedingungen für den Nachgang zu erzeugen. Das Baby erzeugt zwar auch Laute, entleert sich aber zu 100% an Ort und Stelle und muss reinigend und verpackend behandelt werden. Hunde:2 — Baby:1

  4. Unterhaltungswert: Das Baby will unterhalten werden. Lässt man es alleine rumliegen, so wird es unzufrieden und lässt sich das durch Verlautbarungen anmerken. Die Hunde unterhalten sich selbst und sind stets ein Quell an Frohsinn. Hunde:3 — Baby:1

  5. Essen: Das Baby nimmt die ganze Zeit verschiedene Nahrungsmittel zu sich. Dabei muss es vom Speisengeber gehalten und der Nahrung durch Gumminippel zugeführt werden. Die Hunde fressen selbständig. Hunde:4 — Baby:1

  6. Frauen aufrei?en: Geht man mit den Hunden eine belebte Stra?e entlang, so drehen sich auffallend viele Frauen um, betätscheln die Hunde, sagen “dududu” und “dadada” und sind gar nicht mehr los zu kriegen. Geht man mit Baby eine solche Stra?e entlang geschieht das gleiche. Allerdings sind die Frauen bei den Hunden jünger. Hunde:5 — Baby:1

  7. Verwendung von Papier: Bekommen die Hunde ein Blatt Papier in ihre Gewalt, so zerfetzen sie es und verteilen es im ganzen Zugriffsbereich gleichmä?ig. Das Baby zerknüllt das Papier nur. Hunde:5 — Baby:2 (ich habe mehr Papier rumliegen, dessen Aufschriften eventuell noch benötigt werden)

  8. Gespräche: Weder Hunde noch das Baby sind in der Lage, eine geordnete Diskussion zur Heisenbergschen Unschärferelation oder zur Fibonacci-Folge zu führen. 0 Punkte für beide Objekte.

  9. Weggeworfene Objekte: Wirft man ein mit den Augen fassbares Objekt mit der Hand fort, so springen die Hunde dem Objekt nach und bringen es zurück. Das Baby ist nicht in der Lage, dem geworfenen Objekt zu folgen und schaut recht dumm auf die Hand, in der sich das Objekt zuvor befand. Hunde:6 — Baby:2

  10. Aufenthaltsdauer: (Kleine) Hunde haben eine Lebensdauer von unter Nichteinbeziehung äu?erer Einflüsse runden 16 Jahren. Das Baby wird weitaus länger leben. Auch hier konnte ich keinen Punkt vergeben.

Damit kommen wir zur Abschluss: Hunde:6 — Baby:2 — ein klares Ergebnis.

Disclaimer: Ich hatte zuerst darüber nachgedacht, diesen Eintrag “der gro?e Familienmitgliedsanschaffungstest” zu nennen, das hätte aber das Design gesprengt ;)