Ein Forscherteam aus Harvard war neulich für eine Woche in Thailand, hat mit 20 Thais gesprochen und dann wissenschaftlich korrekt evaluiert, dass die Meinungsfreiheit in Thailand freier sein könnte. Ich würde gerne wissen, was sie bei 30 Thais und 2 Wochen Aufenthalt ermittelt hätten…
Sex. Oder auch nicht.
Der Premierminister hat der Jugend Thailands ja angeraten, mit dem Sex zu warten, bis sie im richtigen Alter dafür ist. Wenn man allerdings ein Panda ist und keine Lust auf Sex hat, dann wird man in Thailand gezwungen oder “angeregt”, dem freudigen Treiben zu fröhnen.
Der Zoo in Chiang Mai hat zwei Pandabären, seit 2003 für 10 Jahre von einem Zoo in China geborgt. Chuang Chuang ist ein Männchen und Lin Hui ein Weibchen. Nun sähe es doch super progressiv und wissenschaftlich erfolgreich aus, wenn die beiden hier in Thailand kleine Babybärchen werfen würden. Dummerweise nur wollen sie nicht.
Seit gut einem Jahr hört und liest man immer wieder über die beiden armen Zölibaten und die vergeblichen Versuche Chuang Chuang erregt Lin Hui besteigen zu lassen.
Pandas haben keinen sonderlich großen Sexdrang. (An dieser Stelle müsste jetzt ein Tränendrüsensatz a la “weshalb sie vom Aussterben bedroht sind” kommen, ich nehme aber an, es gibt andere Gründe dafür.) Vergangenes Jahr wurden sie mit großem Brimborium verheiratet, hatten aber in der Hochzeitnacht offenbar keinerlei menschlich logisch auf Hochzeiten folgende Gelüste. Auch eine Trennung beider Bären für einige Zeit wurde eher mit stoischer Freude angenommen. Neulich nun sollte Chuang Chuang mit Tierpornostxp:gho_footnote
Türklingel: Klingelt
Panda-Dame: Leckt sich gerade die Tatzen. Sie schreitet zur Tür und öffnet.
Vor der Tür steht ein Panda-Herr mit einem Werkzeugkoffer in der Hand.
Panda-Herr: Hallo, ich soll hier ein Rohr verlegen…
Panda-Dame: Ja, kommen Sie ruhig herein, die Waschmaschine steht im Schlafzimmer!
Panda-Herr: Eine schöne Höhle haben Sie da!
Panda-Dame: Ja, aber es ist immer so einsam und kalt in der Nacht!
Sie gehen in die Schlafhöhle, da liegt Stroh in der Ecke.
Panda-Herr: Ja, was ist das denn?
Panda-Dame: Das war schon hier als ich eingezogen bin.
Panda-Herr: Na dann lassen Sie uns das mal testen…
Kamera zoomt ins Schwarze.
</txp:gho_footnote> angeheizt werden. Ob er die auch sehen durfte, weiß ich nicht.
Geholfen scheint das alles nicht zu haben, denn nun denkt man daran, ihn auf eine Diät zu setzen , denn mit 140kg sei er wohl zu schwer für die 115kg Grazie Lin Hui.
Bin gespannt was sie in den folgenden 6 Jahren noch erleiden müssen.
Perle am Golf von Thailand
Hin und wieder wurde ich in den vergangenen Tagen gefragt, warum ich nichts über Rayong, meinen Aufenthaltsort im Januar, schreiben würde.
Das liegt unter anderem daran, dass ich in Ban Chang bin und Rayong nur die Provinzhauptstadt. Aber von hier gibt es auch nicht viel zu berichten.
Nun, Rayong glänzt vor allem durch einen einzigen Absatz in den einschlägigen deutsch- und englischsprachigen Reiseführern, in welchem beschrieben wird, dass man durch Rayong muss, um nach Ko Samet, einer Backpackerinsel im Golf von Thailand, zu gelangen.
Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Es ist eine industrialisierte Gegend, deren News etwa so lauten: Pollution puts Bt140-bn plan at risk . Es gibt einen Tesko und einen Big C — zentrale Treffpunkte am Wochenende.
Der Bus nach Bangkok fährt aller halbe Stunde und ist immer voll.
Das wars auch schon. Rayong. Man muss schon ein Stück weit laufen, um was Schönes zu sehen. Dazu nachher mehr.
PS: Hab mich in Laos mit einem älteren Thai unterhalten, der meinte, viele junge Thais würden für drei vier Jahre nach Rayong gehen, um Geld zu verdienen und dann zurück nach Hause oder Bangkok gehen, um da Geschäfte vom Ersparten zu öffnen.
Wo ist Thaksin?
Kein Tag vergeht, ohne dass hier im Blog nicht jemand mit dem Suchbegriff “Wo ist Thaksin” aufschlägt. Also möchte ich meiner Funktion als Bildungmagazin nachkommen und euch mal erzählen, wo Thaksin im Januar bisher überall war.
Ins neue Jahr rutschte er in New York. Dort feierte er mit seiner Frau, die anschließend nach London flog, wo sie noch heute auf ihn warten wüdre, wenn sie nicht in Thailand vor dem Korruptionsausschuss Rede und Antwort stehen müsste. Er selbst flog nach Hong Kong, wo er bis zum Elften des Monats (relativ ruhig, bis auf ein Fax, er wäre ja schön blöd, wenn er in Bangkok Bomben legen würde und man solle doch bittesehr mal die Separatisten im Süden fragen) verblieb.
In China hat er ein Apartment gekauft und die meiste Zeit der letzten Monate verbracht. Angeblich haben ihn Mitarbeiter der Königlichen Thailändischen Botschaft in Peking unterstützt was in der Aufforderung an alle Botschaften bei der Rücknahme seines Passes resultierte, ihm keine VIP-Behandlung angedeihen zu lassen.
_Hier müssen wir der geschichtlichen Vollständigkeit halber kurz anfügen, dass in den ersten zwei Wochen des Monats Januar recht wenig über Khun Thaksins Everydaylife zu erfahren war. Eine gewisse Sättigung der Massen war erreicht, man hatte explosivere Probleme als sich mit dem Treiben eines zwangspensionierten demokratisch gewählten Politikers zu beschäftigen. Das öffentliche Interesse wurde allerdings schnell wieder geweckt, als ein weniger wichtiges Mitglied des revolutionären Komitees, ehm, des, wie heißt er doch wieder… des National Security Councils vor die Kameras trat und in etwa sagte, die Medien sollen bitte nicht mehr über Thaksin berichten. Das gab ein wenig Aufregung und fortan wurde man wieder über Thaksins aktuelle Schlipsfarbe informiert.
Am Folgetag trat Sonthi vor die Kameras und sagte, dass das NSC nicht verbietet, dass über Thaksin berichtet wird, man würde sich aber mit den Berichtern zusammen setzen wollen und prüfen, ob das, was berichtet wurde, die Wahrheit ist und die Nationale Sicherheit irgendwie davon beeinflusst wird.
Diese Berichtserstattungserlaubnis kam gerade rechtzeitig, denn nun wurde auch Herr Thaksin etwas aktiver. Wir erinnern uns, er ist in Hong Kong. Weiter gehts…
Am 12. Januar flog Thaksin Shinawatra nach Singapore. Reisezweck (O-Ton Thaksin): “Well you know I travelled here to play golf. And some old friends.” Freundliche Medien haben im zweiten Satz noch ein meet eingefügt, aber ohne das “treffen” klingt der Satz viel verständlicher, finde ich.
Thaksin hat in Singapore den Aussenminister S Jayakumar, der gleichzeitig stellvertender Premierminister ist, getroffen, angeblich privat .
Seither geht es zwischen Singapore und Thailand eher kühl her, denn vor dem Treffen wurde die Regierung in Singapore mehrfach darauf hingewiesen, dass und wie man ein Treffen zwischen Thaksin und Regierungsmitgliedern Singapores interpretieren würde. Am Dienstag (16. Januar) hat Thailand alle Treffen auf höchsten Ebenen zwischen den beiden Staaten auf unbestimmte Zeit abgesagt. (64% der Thais unterstützen diesen Schritt ausdrücklich .)
Thaksin gab in Singapore die ersten beiden Interviews seit seinem Aufenthalt bei der UNO in New York am 19. September für internationale Medien (CNN und die Asian Financial Times (?)). Beide wurden in Thailand geblockt (freiwillig, angeblich) aber ausgiebig diskutiert und auf den einschlägigen Mailinglisten verbreitet. Er forderte die Thailändische Regierung unter anderem auf, die Pressefreiheit nicht mehr einzuschränken und zur Demokratie zurück zu kehren. Außerdem erwähnte er erneut, dass er nicht sehr intelligent wäre, in Bangkok etwas durch das Zünden von Bomben ändern zu wollen. Ich stimme ihm da zu.
Klingt fast so, als sei er geläutert worden: Zu seiner Amtszeit gab es ständig Meldungen über Zivilprozesse, die er gegen Journalisten anstrengte, einmal gab er einen Monat lang keine Pressekonferenzen mehr, weil Merkur ungünstig stand, davor hatte er ein Zeichen mitgebracht, das er in die Luft hielt, wenn jemand eine (wie er fand) dumme Frage stellte.
Nun also ist er ein guter Mensch geworden.
Nach erfolgter Mission in Singapore kehrte er am Donnerstag nach Hong Kong zurück, aber nur für einen Tag, um eine US-Lobbyisten-Vereinigung namens Barbour Griffith and Rogers zu verpflichten , für ihn in den USA rum zu lobbyieren.
Donnerstag Nacht landete er schon in Tokio , wo er bis zum kommenden Dienstag bleiben wird. Dort will er einen Vortrage halten und weitere Interviews geben. Die Regierung in Tokio will sich nicht mit ihm treffen um die Beziehungen zu Thailand nicht zu gefährden.
_Wo ist Thaksin? Heute ist er in Tokio, doch wo wird er morgen sein? Wird er nach London zurück kehren um seine Frau wieder zu sehen und endlich einmal einen richtigen Pass zu beantragen? Wird er nach Thailand kommen um in den Warteschlangen an den Toiletten Subvarnabhumis zu stehen? Fliegt er nach Kenia um sein Hotel zu auditieren?
Der Autor dieser unbedeutenden Publikation weiß es nicht. Was wir aber wissen ist, dass es immer genügend Medien und Kleinstdarsteller geben wird, die uns darüber informieren werden — jetzt wo es offiziell erlaubt ist.
Seien Sie auch nächste Woche wieder dabei, wenn es heißt: Wo ist Thaksin?