Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Sturm und Wellengang

Ich habe vorhin schnell nochmal mein Lieblingsgeisterhaus photographiert, ehe es von den Wellen weggeschwemmt wird. Interessanterweise ist es im Norden der Insel (Bang Por, Ban Thai, Maenam) stürmischer als im Westen (Nathon), wo von überfluteten Stra?en die Rede ist. Es sind eher Wellen die gegen die Mauer der Strandstra?e in Nathon schlagen und dann die Stra?e etwas nass machen.

Ein paar Männer die am Pier aufräumten erzählten mir gelassen, dass das Wetter gut zum Müll wegsammeln ist, weil das Wasser den ganzen Dreck und Schrott an den Strand spült.

Die Fähre fuhr auch, nur die Fischerboote blieben lieber im Hafen. Wobei auch das wieder relativ ist, denn entlang der Stra?e haben sie (gegen 12 Uhr) die Netze geflickt, was bedeutet, dass sie bereits wieder heim gekommen sind.

Aber, um zu meinem Lieblingsgeisterhaus zurück zu kommen (warum es mein Lieblingsgeisterhaus ist? Es ist aus schwarzem oder sehr dunklem Holz gebaut, ich habe es noch nie geschafft, ein Photo zu schiessen, auf dem man das Haus erkennt.) — es sieht so aus, als ob es bei weiterem Wellengang nicht mehr stehen bleiben wird. Normalerweise ist es vom Sand fest verpackt. Dass es auf Stielen steht, habe ich noch nie gesehen.

Monsoon

In Surat Thani ist heute (mal wieder) ein Monsun eingefallen. Der Kleine hat keinen (medial nennenswerten) Namen, aber einige Küstengebiete auf dem Festland überschwemmt und (angeblich) auch Nathon nass werden lassen. Das letzte Mal wurde der Fährbetrieb nicht eingestellt. Diesmal schon.

Auf unserer Seite der Insel merkt man vom schlechten Wetter der letzten Tage nicht viel. Sehr starker Wind geht um das Haus herum und er kann sich nicht entscheiden, aus welcher Richtung er kommt. Eine Windboe hat Soosie von der Veranda befördert. Sie wollte aber sowieso Gassi gehen, also tat sie so, als ob sie sowieso runtergelaufen wäre.

Wir leben in einer sehr günstigen Ecke am Bergrand (Hügelrand). Die Wolken hüpfen über uns hinweg und regnen anderswo ab. Ich kann vom Schlafzimmer aus mein altes Haus sehen, da regnet es immer. Sehr lustig.

9 Prozent

In den drei südlichen Provinzen Pattani, Yala und Narathiwat sterben neun von 100 Frauen bei der Geburt ihres Kindes . Diese Rate ist höher als in den ärmsten Entwicklungsländern. Was zuerst so klingt, als ob die Unruhen etwas damit zu tun haben könnten (und erstaunlicherweise ist der Artikel bei der Nation auch mit dem Photo eines niedergebrannten Hauses garniert) hat etwas mit dem Islam zu tun.

Die Frauen lassen sich nicht von männlichen Doktoren behandeln und in den Krankenhäusern werden keine Frauen als Doktor eingesetzt. Stattdessen geht man dann zu Hebammen oder lässt sie ins Haus kommen. Hygiene wird dabei nicht unbedingt gro? geschrieben. Geburtskontrolle ist auch verboten.

Tiefe Schärfe

Die Koreaner (die Guten, die im Süden, nicht die mit den Atombomben) sind wirklich einsame Spitze in Hinsicht auf supercoole Special Effects in Seifenopern. Ich sehe mir gerade “young yae’s golden days” an (keine Ahnung wie der tatsächliche Titel ist, aber im Grunde geht es wie immer um eine Frau und zwei Männer, wie in den Thaisoaps) und da kam innerhalb von einer halben Stunde dreimal der gleiche total bahnbrechende Effekt (asiatische Soaps haben immer ein Hauptthema pro Folge, trenn sich jemand, dann brauchen die mitunter eine ganze Folge lang): Der Mann steht hinten, die Frau vorne. Wir sehen nur die Köpfe der beiden. Und immer wenn jemand spricht, dann zoomt die Kamera die Tiefenschärfe auf den Kopf. Natürlich dürfen sie die Köpfe dabei nicht bewegen, sonst klappt die Automatikschärfe nicht mehr. Wenn die dann 10 Minuten lang quatschen hat man viel Zeit, das zu studieren, wenn man kein Koreanisch spricht.

PS: Die kleine Yae ist ziemlich nett (anzuschauen).

Dunkle Ecken in Bangkok

Eine Radiostation in Bangkok hat eine Liste der gefährlichsten Ecken Bangkoks heraus gebracht. Darunter sind:

  • Lat Phrao 21 in Chatuchak — Raubüberfälle und Morde. Der Markt in Chatuchak ist regelmässig in den Abend-News mit Bandenüberfällen. Mal sehen wann er aus den einschlägigen Touristenführern fliegt.
  • Soi Wat Makok, Rajvithi Road in der Nähe des Victory Monuments — Drogen, Raubüberfälle, sexuelle ?bergriffe
  • Soi Charansanitwong 89 und Soi Vimutayaram, Bang Phlat — Drogendealer, -abhängige und Banden
  • Charansanitwong 37, Bangkok Noi — Diebstähle und sexuelle ?bergriffe
  • und andere

Die Liste hat Vor- und Nachteile. Zum einen wissen wir nun, wohin wir gehen müssen um zu Hause mit “ich wurde im Urlaub vergewaltigt und ermordet”-Berichten auftrumpfen zu können (eigentlich genügt da schon ein einsamer Spaziergang zu Neujahr am Strand von Lamai aus Samui) und wo man Drogen kaufen kann. Au?erdem wissen die News-Teams der relevanten Sender, wo sie Einheiten stationär aufbauen können um das Programm zu bereichern (im Nachtprogramm wird nichts ausgepixelt). Andererseits werden die organisierteren Elemente an eben diesen Stellen nun andere Sois (die Nebenstra?en) beleben.