Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Lost in Thailand

Ein chinesischer Film a la “The Hangover” macht derzeit Furore — “Lost in Thailand” hat in den rund 10 Tagen, seit der Film angelaufen ist mehrere Rekorde gebrochen: 33.000 Vorstellungen mit 3 Millionen Kinogängern an einem Tag (logischerweise über das Land verteilt), das höchste Einspielergebniss aller Zeiten am ersten Tag, und so weiter und so fort.

Dabei ist es (nur) eine für Asien typische Slapstick-Komödie in der alle für Thailand wichtigen Fakten (Mönche, Massagen, Ladyboys, Fusshautschuppen abknappernde Fische und Wasser) abgehandelt werden. Wie man im Trailer oben (oder hier und hier ) selbst sehen kann.

Ich persönlich mag ja chinesische Filme. Habe mir damals “Kung Fu Hustle” wochenlange im chinesischen Original Ton ange- und mich nicht satt sehen können.

Wahlen (Thai-Style)

Habe mich gerade mit einem Thai-Freund über die heute stattfindenden Bürgermeister-Wahlen auf Samui unterhalten. Seit drei Monaten hat Samui den Stadt-Status, weshalb eine neue Stadtverwaltung gewählt werden muss. Mal abgesehen davon, dass das um Weihnachten herum geschehen muss (Alkoholverbot) bin ich sehr froh, dass die wochenlange Dauerbeschallung aus zu Wahlplakaten umgewandelten Pickups heraus nun endlich vorbei ist und nur noch der zweimal wöchentlich verkehrende “Wet-T-Shirt-Contest”-Truck mit seinem mir eher genehmen Drum’n’Bass Gewummere meinen täglichen Mittagschlaf stören wird.

Allerdings ergeben sich ganz andere Probleme, wie ich in dem erwähnten Gespräch lernen durfte:

Ich: Bist du schon wählen gegangen?

Er: Ich gehe gleich.

Ich: Und lässt du dir auch deine 5000 THB geben?

Er: Es gibt nur 2000. wenn du 5000 willst, musst du deinen Ausweis mitbringen und sie schreiben dich auf.

Tja, könnte ja später raus kommen wem man so seine Stimme verkauft hat. Der amtierende Bürgermeister wird sich jedenfalls über diese gut angelegten 2000 Baht freuen…

Toonami

Die Pressemitteilung des Tages ist die von “Toonami” , einem Cartoon-Fernsehsender, der am 1. Dezember in Thailand starten soll.

Neben dem für so ziemlich jedes Land in Südostasien überaus dümmlich und unsensibel gewählten Namen findet der folgende Absatz meine Aufmerksamkeit:

“With the launch of Toonami, Thai kids will have 24/7 access to the most electrifying entertainment available. For the first time anywhere in the world, viewers will be able to see the Spider-Man and the Hulk meet Iron Man and Goku on the same channel. It really is the ultimate home of the action hero,” said Sunny Saha, Senior VP and Managing Director, Turner International Asia Pacific.

Das heißt so viel wie “Mit dem Launch von Toonami werden die Kinder in Thailand die Möglichkeit haben, rund um die Uhr die elektrisierendsten Unterhaltungsprogramme blablabla Marketinggefasel blablaba.” — habe mal die wichtigen Stellen im Text markiert.

Ich frage mich gerade, welche Kinder um 2 Uhr Morgens Fernsehen kucken müssen (und suche bei Google gerade nach Goku).

Endlich mal wieder ein Präsident…

Die Thai-Presse berichtet schon seit Wochen vom bevorstehenden Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Sicher bestätigt ist er erst seit einer Woche, weil er von seiner Wiederwahl abhing — was für ein nicht unbedeutende Interesse an den Wahlvorgängen dort sorgte — schließlich hat man nicht so häufig einen Präsidenten im Land.

Und so berichtet man nun seit einer guten Woche von den vielen freudigen Aktivitäten auf dem “zwei Tage dauernden” Besuch. Das wahre Besuchs-Programm sieht dann folgendermaßen aus:

  • heute 15 Uhr: Präsident landet auf dem Don Mueang Airport und wird vom stellvertretenden Premierminister empfangen
  • heute 16 Uhr: Präsident besucht den Wat Po (“one of the iconic cultural sites in Bangkok”)
  • heute 17 Uhr: Präsident erhält eine Audienz bei König Bhumibol
  • heute 18 Uhr: Präsident trifft Premierministerin Shinawatra im Regierungshaus, wo man “bilaterale” Gespräche, eine gemeinsame Pressekonferenz und ein Dinner halten wird
  • danach: Präsident verbringt den Abend mit amerikanischen Expats und Botschaftsangestellten aus Thailand und anderen asiatischen Ländern
  • die Nacht verbringt er dann im Four Seasons in Bangkok
  • morgen früh: Präsident verlässt Thailand via Airforce One nach Myanmar.

Zwei mehr oder weniger symbolische Tage.

…we felt it was very important to begin this trip by visiting a U.S. ally. Allies are the cornerstone of our rebalancing effort in Asia. And Thailand is actually the oldest treaty ally of the United States, an ally since 1954 and a key partner in Southeast Asia. — via Press Gaggle

Vielleicht sagt er ja auch was zu den ungenannten Problemen im Land. Als Verbündeter kann man das schon mal machen…