Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Am Ende seiner Zeit

König Bhumipol (ich habe neulich gesagt bekommen, dass das pol am Ende im Thailändischen eher phon ausgesprochen wird, man aber den Farangs nicht die Freude daran nehmen will, einen Königsnamen aussprechen zu können) ist mit seinen (ja, seien wir mal ehrlich) 78 Jahren nicht nur der weltweit am längsten regierende König (dieses Jahr werden es 60 Jahre*), er ist auch etwas alt. Die durchschnittliche Lebensdauer in Thailand liegt derzeit bei 76 Jahren. So verwundert es niemanden, wenn die (ausländische) Presse über seinen Gesundheitszustand zu spekulieren beginnt und schon mal für “die Zeit danach” die Lage sondiert.

Die inländische Presse hält sich bedeckt, weil der König nun mal heilig ist und man nicht schlecht über ihn spricht. Nichtdestotrotz habe ich ihn zu Beginn des letzten Jahres noch im allabendlichen Report zu den Tätigkeiten der Königsfamilie durch Ausstellungen, Wats und Schulen laufen gesehen. Inzwischen sind diese Auftritte nur noch sehr vereinzelt und er sitzt nur noch.

Sein Sohn, Kronprinz Maha Vajiralongkorn (53) wird erstens nicht so lange regieren und es zweitens sehr schwer haben, das Werk seines Vaters (dazu später mehr) fortzuführen. Er ist unter den mir bekannten Thais auch nicht unbedingt hoch angesehen (was unter anderem daran liegen könnte, dass er bereits 2 Ex-Frauen hat und als Mann mit heißem Herzen verschrien ist (hot-tempered, aufbrausend). Maha Chakri Sirindhorn, seine Schwester wäre vielen lieber.

Wir werden es sehen.

*Diese Aussage ist sicherlich kritikfähig, ich muss mal herausbekommen ob er wirklich so lange regiert hat oder nur so lange inthronisiert ist. Die ersten Jahre seiner Regentschaft hat er in Lausanne (Schweiz) verbracht.

1200g

Schon mal in 10 Tagen 26% Gewichtszunahme erlebt? Nein? Ich schon. Ich kenne ein kleines Fellbündel, das hat das geschafft.

Regen

 

Es regnet. Mal wieder. Das Unangenehme am Leben als Hundehalter ist, dass man zu jeder Zeit bereit sein muss mit dem befellten Lebensgefährten eine geeignete Outdoor-Lokalität auf zu suchen. Gegen zwölf (der täglichen Wiese-geh-Zeit) dachte ich mir, er schläft und es regnet, also warten wir einfach ein bisschen, vielleicht besserts sich ja noch (Ja, ich denke mit sinnlosen Includes wie “ja” in normales Sätzen).

Das war nicht ganz so klug wie gedacht, denn zehn Minuten später spührte ich eine Bewegung unterm Tisch und das Fellbündel aktivierte sich. Pokki lief einen Meter unter dem Tisch heraus und stellte sich gedankenverloren vierbeinig hin und setzte den “Es läuft aber ich bin ja nur ein kleiner Babyhund”-Blick auf.

Wer jetzt denkt, dass ich zu lasse den Teppichboden unserer aufstrebenden Unternehmung benetzen zu lassen hat sich aber geschnitten. Zu irgendwas müssen doch die ganzen Prozess-Planungs-Vorlesungen “damals” gut gewesen sein. Ich hatte derartiges bereits vermutet und verfolgte ihn mit einem super-saugfähigen Küchentuchpaket das ich ihm beim gedankenversunkenen Stehen emsig unterschob.

So doof hat noch nie ein Hund gekuckt. Aber viel dagegen tun konnte er nicht, denn wenns läuft dann läufts und er ist ein unbewegliches Ziel bis es nicht mehr läuft. Mein Wachhund ist beim Pinkeln ein ungeschütztes Ziel.

Jedenfalls die Moral von der Geschichte: Um zwölf gehts in Zukunft raus egal ob er schläft oder nicht und gepinkelt wird im Freien oder in peinlichen Situationen. Da auch ein thailändischer Kleinsthund ein Gesicht zu verlieren hat wird ihm das eine Lektion sein.

Draussen waren wir trotzdem. Denn unmittelbar nach dem “Es läuft aber ich bin ja nur ein kleiner Babyhund”-Blick kam der “Mal kucken wo ich hier eliminieren kann”-Blick. Nun hat er ein nasses Fell (ich auch) und Lust zu spielen (ich nicht). (Hehe… wenn er wüsste, dass wir heute Abend einen Termin beim Tierarzt zum Setzen <txp:gho_permalink id=“609”>neuerlicher Spritzen</txp:gho_permalink> haben würde er nicht so fröhlich sein.)

Eliminieren? Jaja. Das ist ein Fachbegriff den nur wir Hunde und -halter für den Vorgang des Eliminierens (bei Hunden) erfinden konnten. Normale Menschen sagen “Häufchen setzen” oder “Poo Poo” oder ähnlich Banales. Wir Hunde und -halter aber wissen, dass nur “Eliminieren” einzig wahre Phrase für das Beschreiben des Vorganges ist.

Mir schwebt da ein Projekt namens “Eliminat” vor. Mal sehen.

Und schnell noch ein bisschen Gebrauchs-Poesie:

Auf der Wiese umgeben von Palmen

setzte ich mein Eliminat

das Moped startete, fing an zu qualmen

zurück gings allsbald zum Kombinat.

(Kombinat ist übrigens das Fachwort von Hunden und -haltern für “Büro”.)