Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Morgenspaziergang

 

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Morgens gehen wir (Pokki und ich) immer zum Friedhof der Geisterhäuser spazieren. Er liegt auf dem Weg ins Büro und Pokki mag es, wenn er vor der harten Arbeit als zwischen meinen Füßen schlafendes Firmenmaskottchen noch ein wenig Auslauf bekommt und ein paar Frauen “abgreifen” kann.

Seit gestern trägt er auch ein Halsband, das aber noch viel zu überdimensioniert für ihn ist. Da muss ich noch ein bisschen dran rumschnippseln. Ein neues Loch musste ich bereits stechen. Ich lass ihn natürlich nicht an der Leine rumlaufen — ums Glöckchen gehts. Hört man es, macht er gerade nichts Schlimmes und trottet nur durch die Gegend. Jetzt hat der Spruch “verdächtig still” endlich seine Daseinsberechtigung.

PS: Im Hintergrund mein Moped. Das ist eine eigene Geschichte™. Denn es ist (huch?) nicht mehr rot (häh?).

PPS: Es könnte sein, dass das Moped einem meiner Leser bekannt vorkommen könnte. Dem ist so.

[1]: http://www.flickr.com/photos/schreibblogade/85036979/ “Morningwalk at the “Graveyard of the Ghosthouses””

Innerbetriebliche Kommunikation

Es ist ganz praktisch wenn man des Schreibens mächtig ist. Dann kann man die wirklich wichtigen Dinge des Lebens auch in einem 2-Mann-Unternehmen (Chef + Ich) auf Papier hinterlassen.

PS: Dies war ein Eintrag aus der Kategorie “Mein Chef und Ich”. Freuen Sie sich auf mein im Herbst erscheinendes Buch “Mein Chef und Ich auf der Insel” mit Anekdoten aus dem täglichen Leben eines Programmierers mit eigenem Chef.

Die Mörder

Vorgestern Nacht hat man die Mörder der englischen Studentin gefasst. Wenn ich mir den Bericht in The Nation online dazu durchlese mache ich mir schon Gedanken darüber, wie niedrig die Hemmschwelle sein kann mit ein bisschen Porno und ein bisschen Sangsom (beides preiswert überall erhältlich).

Thaksin derweil verlangt die Todesstrafe . Nicht weil sie gemordet haben sondern weil sie dem Ansehen Thailands geschadet haben.

Als wir (ich und Pokki) gestern nachmittag am Buddy’s vorbei kamen fand vermutlich gerade das ““Reenactement”:http://202.60.196.117/breaking/read.php?lang=en&newsid=105152” statt. Die Stra?e war gesäumt von Menschen und Polizisten und man kam schwer durch. Wut war weniger zu spüren — eher die typische thailändische Schaulust.

Ansonsten war das ein ganz normaler Mord. Er fand halt nur auf Koh Samui statt und ein Farang war das Opfer. Macht sich schlecht in Hochglanzmagazinen. Die durchschnittliche Mordrate auf Samui liegt bei 2 Menschen im Monat (sagt das Community-Magazin).

??berholen ohne einzuholen

Eigentlich wollte ich morgen mal eben meine unbedeutende kleine Onlinepublikation relaunchen. Ein bisschen andere Farbe. Ein bisschen mehr Kram zum draufklicken. Ein bisschen mehr Struktur. Dann aber entwickelte sich in den vergangenen zwei Tagen eine nicht unerhebliche Antipathie gegen die neue Version (ich glaube ich entwickle verspätete Schwangerschaftssyndrome). Da bin ich doch sehr froh, dass es vor dem Umschalten kam. So kann ich jetzt sagen, dass es nur eine Designstudie ist und ich sie nie wirklich einsetzen wollte.

Wie auch immer: wer mal kucken will: http://die.neue.schreibbloga.de/ (User: wilma/Passwort: guckn — damit niemand aus irgendwelchen Suchmaschinen kommend meint es mit etwas Reellem zu tun haben zu tun zu wollen) (Nun nicht mehr. Da wird schon wieder neu gebaut.)

Und warum wollte ich gerade morgen relaunchen?

Nun. Vielleicht, weil ich morgen vor einem Jahr meinen Fuss auf diese Insel setzte und es ein guter Zeitpunkt wäre irgendwie so zu tun als ob das zweite Jahr beginnt. (Die meisten meiner Leser stehen eben nun mal auf jährliche Andachtspunkte.) Ich hätte dann schreiben können, wie viel ich (kennen)gelernt habe in den vergangenen 12 Monaten, wie viel ich gesehen habe. Ich hätte ein paar Höhepunkte herauspicken können, ein paar Tiefpunkte, ein paar Einträge über Regen und andere Wetterphänomene. Dann hätte ich noch etwas in der Art schreiben können: “Hey, glaubt nicht, dass das alles war. Ich habe nicht ein Hundertstel dessen erzählt von dem was man hier erzählen könnte! Es geht weiter! Es gibt mehr! Mehr Hunde! Mehr Strand! Mehr Palmen! Mehr Buddha! Mehr Thais! Mehr Sex!” oder sowas in der Art.

Mach ich aber nicht. Wenn es keinen Relaunch gibt, dann gibts auch keine glorophilen hypereuphorischen Einträge.

Stattdessen gehen wir nett zu dritt im Sonnenuntergang essen. Ich werde wohl einen Fisch töten lassen und mit Kruste zubereiten lassen. Pokki wird vielleicht (wenn er zum richtigen Zeitpunkt wach ist) Reis mit Hühnchen essen und Fu vermutlich irgendetwas mit einem unausprechlichen Namen bei dem irgendwelches Fleisch in Zucker gebraten wird und mit jeder Menge Grünkram und Knoblauch (der ist hier rot, wird also extra erwähnt) serviert wird.

So wichtig sind Jahrestage nicht.

PS: Wer Fu ist? Nun. Wie gesagt. Es gibt viel zu erzählen.