Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Socializing nach Graumeister-Art

Schweißnasse Frauenleiber eng aneinandergedrückt keuchend um eine bessere Position kämpfend verschiedene Körperteile erregt in glänzende Unterleiber stoßend hier ein liebevolles Tätscheln austauschend da hart schlagend fordernden Griffen entgleitend stöhnend umeinandertänzelnd von geifernden Gaffern umstanden und angefeuert der Erschöpfung nahe im Höhepunkt triumphierend…

Ja. Ich war beim Frauenboxen. Ist ja auch mal ganz nett. Gestern war mir nach einer entspannten Form des Kontaktes zum einfachen Volke und so wandte ich mich zu fortgeschrittener Stunde gen Beachstreet in der Hoffnung auf Unterhaltung. Die wurde mir zuteil, aber erst später. Zuvor war ich in der Moskitobar in der außer mir nur der Fernseher und die Barkeeperin liefen. (Na? Habt ihr die Abwesenheit des Attributes niedlich bemerkt?) Die jedoch konnte einen gar deliziösen White Russian bereiten (Milch ist ja sooo teuer), so dass ich mich gezwungen sehe, hier öfter mal einzukehren. Jedenfalls trank ich ein paar White Russians und beobachtete das Treiben auf der Straße. Nach Vollzug des Mutantrinkens begab ich mich zum Stadion (welches sich inmitten einer Ansammlung rot beleuchteter Ladybars befindet) wo schon eine Masse geifernder Männer mit ihren Begleiterinnen um den Ring herum zwei Männer die sich mit Boxhandschuhen tätschelten anfeuerten. Wie jetzt, Männer? wird sich der aufmerksame Leser wundern. Auch ich wunderte mich und bestellte erstmal ein Beer Chang bei einer der aufdringlichen Barkeeperinnen. (Na? Habt ihr die Abwesenheit des Attributes niedlich bemerkt?)

Es war schon spät (0:00) also kam ich nur in den Genuss zweier Kämpfe mit weiblichen Protagonisten nach den beiden Männern. Beide Kämpfe (???) waren irgendwie langweilig. Komische Squeetsch-Musik war zu hören und die Frauen tänzelten herum um schlugen dann und wann zu. Wenn sie mal die Beine hoben johlten die Zuschauer. Das war dann wohl gut. Ansonsten war es eher so eine Art “Wer schafft den größten Radius beim Zuschlagen”-Kampf (nagut, im letzten Kampf war die Blaue am Ende schon recht torkelig).

Die beiden letzten Boxerinnen waren übrigens jene welche ich morgens auf der Fahrt ins Büro immer laufen sehe.

Fazit: Wenn Thaiboxen die härteste Boxart sein soll dann war das Schaukampf. Und gegen Ende saß neben mir eine ziemlich niedliche kleine Thai mit ihrer noch niedlicheren Freundin. Trotzdem ging ich aus diesem Abend mit einem ziemlich üblen Depressionsschub heraus (ist doch ganz nett, wenn alles beim Alten bleibt) was eventuell auch an der verheerenden Wirkung von White Russian vor dem Bier liegen könnte — ich werde das mal beobachten.

Chatten auf Thai

Chatten auf Thai ist schwierig. Abgesehen vom Vokabular muss man zum einen zwischen bis zu fünf Transskriptionssystemen wählen (wenn man die Rough-Guide und Lonely-Planet Schreibweisen noch dazu nimmt sinds sieben). Da wird dann schnell mal aus einem “phut paasa thai” (Sprichst du Thai?) im royal transkription systeme ein “poot pasa thai” in einer der eingeenglischten Formen. Da hilft alles nichts. Laut mitlesen und hoffen, dass man auf den Sinn kommt.

Zum anderen bietet sich natürlich auch das Thai herrlich zum Acronyme schreiben an. Ich werde dann und wann von einem “5 5 5” beglückt. Am Anfang dachte ich, das wäre irgendein Windows-Skype-Smiley, das bei mir unter Linux mal wieder nicht ankommt. War es aber anscheinend nicht. Die einzigen Hinweise, die ich bekam (fragen ist doof) war die Positionierung in thematischer Nähe zu lustigen Situationen.

Eines Nachts dann dämmerte ich auf der Spielwiese vor mich hin und hatte es plötzlich: 5 ist eine Zahl. 5 heißt auf Thai “haa” (falling tone, kurze Delle nach oben und dann fallend).

555 = ??? — genau. Lustig. Da haben wir gelacht *g* :D

Mein Haus

Na kuckt mal was ich eben in uralten Photos gefunden habe: Mein Haus scheine ich mir im Januar schonmal angesehen zu haben. Zumindest ist diese Augenblicksfesthaltung vom Januar. Mein Haus steht links als drittes (wenn man die Hütte vorne links als Haus mitzählt. Da wohnt der Groundkeeper drinnen, der auf mich eher einen sterbenden Eindruck macht derzeit. Macht nichts. Haus. Oben. Links.

And next time we speak about you buying land!

Hab eben die Miete für meinen Palast und den nächsten Monat gezahlt. Was weniger lustig gewesen wäre wenn ich nicht “mein Haus” in den Worten meiner Vermieterin Kiew mit ihr Haus verwechselt hätte und dort rumgesessen hätte. Mein Haus ist also auch bei ihr “mein Haus”. Das müssen wir mal noch klären.

Wir haben viel gequatscht. Unter anderem verwunderte sie nicht unerheblich, dass man mich nie mit einer Frau sieht. “You have no lady? Whyyyyyyy? You handsome.” Naja, wenns nur aufs handsome ankommen würde wäre ich nicht gezwungen diesen Satz mit Konjunktiven zu füllen. Dann sprachen wir darüber, dass ich bestimmt Land kaufen will für “not many” nur 3.000.000 . Nächstes Mal gehen wir zum Dinner (sic!) und reden dann über die Company die wir gründen müssen, um mir als Farang die Möglichkeit zu geben, Land zu kaufen.

Und wenn ich thailändische Handmade-Artikel irgendwohin exportieren will, kann ich mich auch bei ihr melden. Und in ihrem Laden war ich auch noch nicht. Mal ganz abgesehen von dem Kaffee den sie noch mit mir trinken wollte.

Ist doch ganz praktisch, wenn man alles aus einer Hand hat.

Glücklicherweise hat sie keine Töchter in heiratsfähigem Alter. Und glücklicherweise fährt sie morgen erstmal nach Bangkok.

PS: Siemens-Mobiles sind nicht für den Betrieb über 34 Grad Celcius geeignet. Mein Umstieg (ich hatte immer Siemens-Mobiles) zu einem asiatischen Mobilfunkendgeräteanbieter steht unmittelbar bevor. Mit Kamera. Und MMS. Und Bluetooth. Wäre nicht das erste selbstauferlegte Prinzip, das in Thailand fallen würde.

Postw??hlerische Entscheidungsbeeinflussung

Mich würde mal interessieren, inwieweit die Berichterstattung und die vorläufigen Ergebnisse zum 18. September in “Dresden I” die Wahlentscheidung und die Wahlbeteiligung beeinflussen wird. Wär doch ganz nett wenn es eine Kippstellung geben würde und bestimmten Menschen in Berlin und angegliederten Freistaaten gewisse Körperteile gekühlt “gehen” würden (nicht dass ich 210000 Menschen eine entscheidende Funktion zuschreiben würde).

Aber eigentlich pflege ich gerade meine Politikverdrossenheit. Es regnet nicht. Nette Sache.

Trotzdem. Welche Umsätze hat die BILD-Zeitung denn in “Dresden I”? Und überhaupt: “Dresden I” klingt wie irgendwas von Kandinsky oder aus dem Bauhaus. Wobei das eine ja das andere nicht ausschließen muss.

Hier in Thailand sind Wahlen übrigens immer ganz einfach. Es fahren die Brüllautos mit ihren Parolen durch die Gegend und Thaksin gewinnt. Und <txp:gho_permalink id=“369”>erhöht die Steuern auf Sachen, die mich glücklich machen</txp:gho_permalink>.