Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Geister: Mae Naak Phra Khanong

Thais lieben Geistergeschichten.

Heute erzähle ich euch die Geschichte von Mae Naak Phra Khanong, die die bekannteste Geistergeschichte in Thailand ist. Mae Naak war eine junge Frau, die Mitte des 17. Jahrhundert unter König Rama III lebte. Sie wurde in Phra Khanong in der Nähe von Bangkok geboren. Als Mädchen verliebte sie sich in Nai Maak, einen Mann aus ihrem Dorf. Die Beziehung wird nicht gerne gesehen, denn Maak ist um einiges ärmer als sie. Trotzdem heiraten sie, Naak wird schwanger und Maak kurz nach der Heirat zum Militärdienst eingezogen. Naak stirbt mit dem ungeborenen Kind bevor Maak zurück kommt und wird traditionsgemä? sofort verbrannt. Trotzdem geistert sie seither ruhelos im Dorf herum.

Maak kommt aus dem Krieg zurück und trifft auf seine Braut und ihren gemeinsamen Sohn, nicht ahnend, dass er es mit einem Geist zu tun hat. Naak hat die Dorfbewohner soweit eingeschüchtert, dass sie nicht wagen, Maak die Wahrheit zu sagen. So kommt es, dass Maak und Naak vermeintlich glücklich zusammen leben bis zu dem Tag, an dem Naak eine Zitrone vom Boden aufhebt ohne sich zu bücken.

Nun, Maak ist relativ geschockt und verlässt sie sofort. Mae Naak folgt ihm und tötet alles und jeden der zwischen sie beide kommt. Maak flüchtet sich schlie?lich in einen Tempel, den Mönchen gelingt es, sie in einem Gefäss einzuschlie?en und diesen in den Fluss zu werfen.

Man sagt, dass man mit der Erwähnung des Namens “Mae Naak” Kindern einen Riesenschrecken einjagen kann. Ich werde das mal austesten.

?brigens ist das eine Geschichte, die je nach Region anders erzählt wird. In manchen Versionen meldet sich Maak freiwillig zum Militärdienst, in manchen Versionen befreien Bauern Naak aus ihrem Gefä? und sie geistert und mordet weiter, in manchen Versionen wird Maak später zum Mönch, in manchen Versionen heiratet er wieder (was Naak erzürnt und wieder erscheinen und morden lässt).

Alle Erzählungen sind sich aber darin einig, dass Naak aus tiefer Liebe heraus die Kraft zum “Herumgeistern” zieht und keine Ruhe findet und als Maak sie zurück weist zum Rachegeist wird, der sie am Ende ist. Manchmal ist sie sogar der Held der Geschichte.

Projekt Klimaschock

Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Klimaanlage im heimatlichen Schlafgemach (die Spielwiese, wir erinnern uns) und hatte gestern Abend endlich mal Zeit und Langeweile, um die Möglichkeiten der Anlage auszutesten. Die niedrigste Temperatur, die man einstellen kann ist 18°C. Das habe ich eingestellt, dann auf volle Power gestellt und nichts wie raus aus dem Haus. Leider hatte ich keine Möglichkeit, die Temperatur im Resthaus zu messen, aber im Büro waren es etwa 30°C, weshalb ich annehme, dass es hier nicht viel anders war. Mal abgesehen davon, dass ich recht durchfeuchtet von hitzebedingter Körperflüssigkeit einen weitaus höheren Temperaturwert annehmen musste.

Jedenfalls kam ich nach 20 Minuten wieder auf die Spielwiese und es war kalt. Richtig schön kalt. Wie früher in Lübeck. Beim Verlassen des Zimmers beschlugen dann die Brillengläser.

Sehr gut. Testergebnis: Das Vorbereitungscamp für Island in Thailand ist eingerichtet.

Old Boy

Nun, es gibt nur wenige Filme, die mich nach jedem Mal Ansehen verwunderter zurücklassen. Memento war es lange Zeit, Mullholland Drive ist es immer noch. Old Boy ist ein solcher.

Ein Mann (Dae-su) wird 15 Jahre in Isolation in einer Art Privatgefängnis gehalten, ohne zu wissen, warum, wo er ist und was um ihn herum geschieht (Hallo Kafka!). Aus dem ständig flimmernden Fernseher erfährt er, dass in der Zeit seine Frau ermordet und er der Tat verdächtigt wird. Er pendelt zwischen Wahnsinn und Ausbruchswillen, der am Ende siegt und beginnt seinen Weg aus dem Gefängnis zu graben.

Dann lässt man ihn plötzlich frei, versorgt ihn mit Geld und einem Mobiltelefon. Er bekommt von einem “Unbekannten” Mann den Auftrag, innerhalb von 5 Tagen herauszufinden, warum er in Isolation gehalten wurde.

Er begibt sich auf die Suche.

In den ersten Sekunden des Filmes sieht man Dae-su einen offensichtlich um sein Leben flehenden Mann mit Pudel (hmm, wie sag ichs möglichst diplomatisch?) der über den Rand eines Hochhausdaches hängt nur am Schlips halten. Es entsteht der Eindruck, er erfülle einen Auftrag. Der Eindruck trügt. Wie vieles in diesem Film. Am Ende passen alle Puzzleteile ineinander. Und wiedereinmal war es die Liebe, welche die Dinge ins Rollen brachte.

Ohne Liebe gäbe es keinen Hass.

Der Film ist stellenweise sehr brutal aber immer auf so hohem technischen Niveau, dass man darüber weg sehen kann. Rot ist neben Blau und Schwarz ein wichtiges Element der Geschichte.

Die Musik des Filmes ist eine Mischung von Klassik und moderner elektronischer Musik von Cho Young-wuk (übrigens ein Komponist, den man beobachten sollte). Sehr stimmig. Vivaldis 4 Jahreszeiten zu Kampfszenen.

Wenn ich jemandem 5 Filme empfehlen müsste, die er/sie/es gesehen haben muss, um auch nur ansatzweise ein Gesprächsthema auf einer Ebene zu finden, würde Oldboy in der Liste vorkommen. Ganz gro?es Kino.

Ein paar Links:

PS: Einer der Gründe warum ich diesen Film so interessant und schwer verständlich finde könnte sein, dass ich ihn nur im südkoreanischen Original sehe. Meine DVD hat noch eine Thai-Spur, aber deren Synchronisationen sind meistens zum Heulen. Au?erdem finde ich, man muss einen Film im Original sehen, um die kleinsten Nuancen in der Aussprache zu erkennen. So merkt man bspw. in diesem Film recht schnell, wer der Anrufer ist, auch wenn es nie explizit erwähnt wird. Weiter Beispiele für solche notwendigen Originaltöne sind From Hell wo man im englischsprachigen Original schnell merkt, dass der Hobbit der Mörder ist (hupp, achso, Spoiler, sorry) oder Filme, deren ganzer Kontext durch idiotische Synchronisationen zerstört wird (alle MontyPython-Filme, Gollum im Herrn der Ringe, mehr Beispiele gefällig?). Wie auch immer. Im Original ists schöner.

Geister: Phii Pung Tai

Die Thais lieben Geistergeschichten.

Im Augenblick kann man die Perseiden am nächtlichen Himmel betrachten (heute nacht war wohl ein idealer Zeitpunkt, man kann aber bis Ende August noch auf Sternschnuppenjagd gehen). Nichtsdestotrotz sollte man in Thailand darauf verzichten, die Sternschnuppen einem Thai gegenüber zu erwähnen. Phii pung tai, der Geist eines Verstorbenen, reist mit der Sternschnuppe zu seiner Wiedergeburt. Spricht man über die Sternschnuppe, kann es passieren, dass er abgelenkt wird und als Hund wiedergeboren wird. Was man niemandem wünscht. Also, kucken und wünschen ist erlaubt, drüber reden nicht.

Die Map kann ein bisschen mehr

Ich hab mal wieder nichts zu tun (und weder eine Senderübersicht meines Fernsehers erstellt noch irgendwo ein Fernsehprogramm gefunden — sagte ich schon, dass ich jetzt einen Fernseher mit Haus drum habe?) also habe ich mich wieder mit meiner kleinen Samui-Map beschäftigt. Die API der Google-Maps ist in letzter Zeit ein bisschen aufgebohrt worden und mir scheint, die ganze Anwendung ist ein bisschen schneller. Gut also, um ein bisschen zu schrauben:

  • es wird sowas wie Positionsgruppen (ich sollte mir dafür einen supercoolen Titel ausdenken, sowas wie pat-groups oder dsb-groups) geben, die bestimmte Themen abhandeln ( done )
  • die Popups mit netten Texten zum Thema werden über AJAX und XSLT (jaaaa, lasst uns Schlagworte werfen) mit Content und Links in die Artikel gefüttert werden
  • die Seite wird über die Keywords und Tags gesteuert die Map aufrufen können und ein paar Sternchen anzeigen
  • und dann pack ich das ganze noch schnell in ein Textpattern-Plugin, auf dass ich berühmt werde und mal wieder ein unnötiges Skript in die Welt gesetzt habe ( done )

Jaja. Es gibt viel zu tun.

PS: Achja, work in progress, nich wahr.