Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Somdej Phra Nangchao Sirikit Phra Boromarajininat feiert

Ihre Majestät Königin Sirikit feiert heute ihren 73. Geburtstag. Das ist der erste Geburtstag in ihrem siebten Lebenszyklus. Schon die ganze Woche werden überall übergro?e Portraitbilder aus jüngeren Jahren aufgestellt und mit Leuchtschlangen, Kerzen und allerlei anderem verehrendem Utilariat verschönert.

Die Thais lieben ihre Königin.

Sie ist unter anderem als Präsidentin des Thailändischen Roten Kreuzes unterwegs und bemüht sich um die Rechte von burmesischen und kambodschanischen Flüchtlingen hier im Lande. Aber auch sonst ist ihre Funktion als Ehefrau von Rama IX sehr zeitausfüllend (es gibt täglich um 17 Uhr eine Nachrichtensendung, wo eine halbe Stunde erzählt wird, was die Königsfamilie so getrieben hat den ganzen Tag und da bekommt man Sirikit häufiger zu sehen, wie sie Rollen aus Papier verteilt und Geschenke entgegen nimmt).

Sagte ich schon, dass die Thais ihre Königin lieben?

Dass man nur Bilder aus den sagen wir mal jüngeren Jahren der Königsfamilie aufstellt, hat etwas mit dem göttlichen Status von König Bhumibol und Königin Sirikit zu tun. Gestern allerdings hatte ich das Vergnügen, eine feierliche Veranstaltung zu Ehren der Königin auf meinem supertollen gro?en 40-Sender-Fernseher auf ungefähr der Hälfte der Sender zu sehen und sie dabei in ihrem aktuellen Zustand zu betrachten. Zuerst sprach Khun Berlusconi Thaksin (Premierminister, reichster Mann Thailands und Gro?unternehmer im IT- und Kommunikationsbereich) einige andachtsvolle Worte. Dann sprach die Königin selber. Und wisst ihr was, ich hab sie fast verstanden. Ich habe noch nie einen Thai so artikuliert und ruhig sprechen gehört. Und ihre Stimme (tief und samtig) passt auch nicht zu ihrem doch etwas älteren Körper. Interessanterweise haben viele beim Thaksin nicht zugehört und ihren Spass gehabt, bei ihr lauschten alle gebannt.

Wir Thais lieben unsere Königin.

Tja, und weil sie Geburtstag hat, stehen überall Plakate rum und wir haben einen Feiertag (und damit arbeitsfrei), um diesen Tag gehörig zu begehen. Es regnet das erste Mal diese Woche. Die Menschen im Isaan werden sicherlich noch Jahre sagen “Wisst ihr noch, Sirikits Geburtstag damals 2005? Das war der Tag als der Regen kam!” so wie sie sagen “Wisst ihr noch, im Juli 2005, als Yai diesen Farang mit brachte? Das war der Tag als der Regen kam!”. Regen im Isaan ist gut. Für Feld und Getier. Und die Menschen.

König und Königin haben sich übrigens in der Schweiz kennen gelernt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Und weil die Thais ihre Königin lieben (sagte ich schon, oder?) ist heute auch noch der Nationale Muttertag in Thailand. Sirikit selbst kam viermal in den Genuss diesen Titel zu verdienen.

Die Neue

Nun gut. Hätte ich eine Digitalkamera, die funktioniert, würde ich ein Foto geschossen haben von einem Haus mit einer sehr gro?en Veranda, einer langen Treppe und einer sü?en Thai auf den Stufen. Darunter hätte ich dann geschrieben: “Die Neue”. Das wäre ganz nett.

Ich habe aber keine Kamera (zumindest keine die funktioniert), also müssen wir mal Kopfkino spielen. Darf ich vorstellen? Die Neue. Hütte. Eine lange Treppe führt zu einer etwa 10qm gro?en Veranda. Es schlie?t sich ein kleines Medienzimmer an (derzeit nur mit Kabel-TV, DVD/VCD/MP3-Player werden folgen) ausgerüstet mit zwei Sesseln, einer Couch und einem Glas=Couchtisch. Dahinter geht es in einen Raum (die Partyhalle), in dem eine Spüle fest eingemauert ist, sehr gro? und sehr leer. Es hallt ein wenig. Hier könnte man ja ein Arbeitszimmer oder eine Gro?raumküche einrichten. Daran anschlie?end ein Schlafzimmer mit überaus gro?em Bett (die Spielwiese) und Air Condition sowie ein Bad (nur Dusche, Platz für einen Whirlpool ist aber noch) — das Spa Beddig.

Sagen wir so. Ich habe ein neues Haus. Gemietet. Es ist ein bisschen gro?. Ein bisschen grö?er als das alte Haus. Ein bisschen sehr gro?. Eigentlich riesengro?. Ich hoffe nicht zu gro? Nagut, jetzt kann der ohnehin schon das ganze Jahr so häufig eintrudelnde Besuch auch bei mir übernachten ;)

PS: Die Thai auf der Treppe des Kopfkinos war übrigens nur zur Verschönerung da, weil noch keine Blumentöpfe das Bild verzieren.

PPS: Dieses Haus hätte fast eine Housewarming-Party verdient. Ich werde das Wochenende mal in den einschlägigen Bekanntschaftserringungslokalitäten nach geeigneten, ähm, Gästen Ausschau halten.

PPPS: Ach, fast vergessen, über meiner Treppe hängt so ein komisches Glockenspiel, das im Wind vor sich hin glockt. Es ist hier sehr windig. Es ist einerseits entspannend. Hat aber nicht unbedeutenden Einfluss auf den Verlauf des jeweils geträumten Traumes.

Jintropin

Presenting Jintropin — Human Growth Hormone

About Jintropin: Jintropin is the most popular rHGH sold in China. According to IMS, an internationally recognized marketing firm, jintropin is the absolute market leader in China with just over 75% market share.

Jintropin and Lily’s Humatrope use a technology called secretion technology which will produce a 191 amino acid sequence growth hormone, with much less E.coli protein contamination and not any side effects associated with injection, such as red painful welts. This technology also has the advantage that growth hormone produced using secretion technology is very stable; it can be stable at 37C or 98 degrees for about 30 days. While growth hormone with192 amino acid sequence is only stable at room temperature for just a few days.

Seit die Asiaten mitbekommen habe, dass ich auf dem Kontinent bin, spammen sie wie die Blöden die Referer zu. Also bringe ich mal ein bisschen echten Jintropin-Content. Zu kaufen bei mir für, sagen wir, $4 per Injektionseinheit (zuzüglich Versandkosten natürlich)?

Sieben

Die *Sieben* ist im Buddhismus eine heilige Zahl. Unter anderem wird sie repräsentiert in den Bojjhanga , den sieben Erleuchtungsgliedern (Wissensklarheit, Willenskraft, Güte und Mitleid, Freude, Gleichmut, Achtsamkeit, Sammlung). Au?erdem stehen in jedem Tempel sieben Buddhafiguren mit Spendenkörben. Da muss ich erst noch herausfinden, welchen Sinn das hat.

Jedenfalls wie auch immer und wie der Zufall es will, befinde ich mich seit nunmehr auf den Tag genau sieben Monaten auf dieser Insel. Da wäre Zeit für einen Rückblick und eine Vorschau. Ich hatte auch schon was geschrieben darüber, dass es 212 Tage, 6 Flüge, 10 lange Busreisen (7 davon Nachts), ein “verlorener” Pass, drei Visaruns nach Myanmar, Laos und Singapore und jede Menge Pad Thai gewesen sind. Dann allerdings bin ich in allgemeinendogendepressive Betrachtungen über meine Fähigkeit in emotionaler Hinsicht innerhalb von sieben Monaten so ziemlich alles zu zerschie?en, was ich hatte und andere Thirdlifecrisisgedanken abgedriftet. Und noch ein bisschen mehr Gelaber. Das muss ich mir und dem werten Leser nicht antun. Lassen wir das also und halten still und nachdenklich fest:

Ich bin seit sieben Monaten hier.

Einstein, Heisenberg und Beer Chang

Li und ich sitzen in meiner präferierten Ladybar an der Theke und trinken Beer Chang. Mai schlängelt sich zu den harten Beats aus den Boxen um eine in Reichweite stehende Stange und schwelgt in ekstatisch rhythmischen Zuckungen. Wir unterhalten uns gerade über Einsteins Fehler, sein c als Konstante einzuführen (zumal es keine Konstante war) und Li ist schockiert, dass ich seine Theorie von der Krümmung des Raumes für ausgemachten Unfug halte (ich sage das nur, um eine andere Meinung zu haben und das sehr fruchtbare Gespräch im Fluss zu halten). “Aber dann kommt doch nie ein Ding zum Ende!” sagt sie. Ich murmel “Das hättest du gerne. Schnell rein und raus. Nene. Nich mit mir!” und lasse beiläufig meinen Blick über ihre nur von wenigen Stofffetzen bedeckten Beine gleiten.

Mai murmelt an der Stange: “Mich würde ja mal interessieren, ob Heisenbergs Katze schwarz oder getigert war oder ob er gar keine europäische Hauskatze hatte.” Sie hat eindeutig am meisten von uns gebechert. Ich sage ihr, dass das ein Bild sei, er hätte ebenso gut einen Affen benutzen können. “Jaja. Der wäre aber nicht im Koffer geblieben. Affen sind klug.” Ich hole weit aus und beginne in den Tiefen der Teilchenlehre nach Erklärungen zu wühlen als Li die Diskussion mit einem brüsken “Und überhaupt: Das war Schroedingers Katze und nicht die vom Heisenberg. Lasst uns lieber noch ein Chang trinken!” beendet. Ich bin ihr sehr dankbar, denn für einen Augenblick lang will mir nicht einfallen, ob denn nun die Kopenhagener Deutung oder die Theorie der Dekoh??renz die aktuelle Interpretation des Problems ist.

Mai schreit “Hello man!” und lässt ihren Hintern raushängen. Der angerufene Mann aber fährt unbeeindruckt auf seinem knatternden Moped weiter. Sie seufzt, springt an der Stange hoch und lässt sich langsam mit weit abgespreiztem Bein herunterdrehen. Mir fällt ein, dass ich mich lange nicht rasiert habe. Mai murrt “Je näher man an den ?quator kommt umso schneller bewegt man sich voran.” Sie hat eindeutig am meisten von uns gebechert. Wir pflichten ihr bei, schlagen unsere Chang-Flaschen aneinander und trinken.