Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Singapore. Ich glaub, ich komme.

Und überhaupt. Es ist mal wieder ein Visarun angesagt. Diesmal bewege ich mich nur minimal und fliege nach Singapore. Das hat mehrere Vorteile. Erstens bleibe ich im Training. Nachdem ich 29 Jahre damit zugebracht habe, nicht zu fliegen, sollte ich diese neu errungene Fähigkeit nicht einrosten lassen. Und wenn ich die nächste Thaifreundin beeindrucken will, schlepp ich sie auch wieder in ein Flugzeug und kann mich dann schwer auf mich selbst konzentrieren. Zweitens benötige ich eines der berühmt berüchtigten “Non Immigrant B”-Visa (B is for Business) und die bekommt man nur in ?bersee. Was für thailändische Verhältnisse jedes Land ist, das keine direkte Grenze mit Thailand hat. Au?erdem, und das ist der dritte Punkt auf der Liste, kotzt mich die Insel ein kleines bisschen an zur Zeit. Also flieg ich auf eine grö?ere Insel. Ist ja nur konsequent.

Der Flug (es geht direkt von Samui nach Singapore ) dauert hinzu 2 Stunden und 40 Minuten und rückzu nur 40 Minuten. Ratter ratter. Ja, genau, ist eine Zeitzone weiter drüben, in GMT+8.

In Singapore dreht sich dann heute abend erstmal alles um eine Schlafstätte für meinen empfindlichen Körper. Morgen gehts früh um neun in die thailändische Botschaft — Papiere und Pass abgeben — und dann hab ich “frei” bis zum Mittwoch gegen 2, wo ich meinen Pass mit einem echten bunten Visum abholen kann. Dann nichts wie ab zum Airport und zurück auf meine kleine Insel, die ich bis dahin vermutlich wieder lieben gelernt habe. Zwischendurch werde ich vermutlich einige Zeit mit dem Betrachten und Abwägen von Digitalkameras verbringen, letztendlich aber keine neue kaufen. Ich kenne mich.

Ich bin ja mal gespannt, ob mein Mobiltelefon in Singapore Roaming hat. Könnte ja sein, dass man Geburtstagsgrü?e kabeln muss. Kabeln. Das war ein Insider. Fast zu gut für einen Insider.

So, und dann war noch die Sache mit dem Gesetz in Singapore. Man sollte bspw. keinen Kaugummi in der ?ffentlichkeit kauen, wenn man kein Rezept dafür hat . Jaja.

Mehr zu Singapore:

PS: In Singapore ist der Samui am nächsten gelegene IKEA . Da wollte ich schon lange mal hin. Köttbullar ich komme.

PPS: Es regnet. Ich habe den Flughafen noch nie ohne Regen gesehen. (Doch einmal, aber da war ich dort, um Photos zu schiessen. Sonst, zum Leute hinbringen oder Flieger nutzen, hats immer geregnet. Heute auch.

Sonntagmorgen auf Samui

Gut geschlafen. Auf ner komischen Matraze in ner komischen Hütte. Nachts im Plastikstuhl auf der “Veranda” gesessen und “Hannibal” gelesen. Meer gelauscht. Sextouristen aus Deutschland beobachtet. Irgendwie isses ihnen ja doch peinlich. Das Nebenhaus hatte Sex. Ungefähr 30 Sekunden lang. Wenn das Vorspiel leise war isses ok. Wenn nicht, tut (Hilfsverb) mir der weibliche Part leid. Könnte sein, dass die Hüttenwahl negativ in die Geschichte der die.schreibbloga.de eingehen wird. Hier spricht fast jeder Deutsch. Habt ihr Ferien oder so Kram?

Heute morgen Mr. Wit angerufen und das Haus gekündigt. Schlüssel abgegeben. Er sagte: “Oh. Very very clean.” Ich sagte: “Like i got it.” Ich mag Hilfsverben. Hoffentlich merkt er nicht, dass wir das kochende Wasser von den Spaghetti damals in die Spüle gegossen haben und der Schlauch dadurch gerissen ist. Hab ich gestern mit Klebeband gefixt. Handwerker. Dem Inschinör ist nix zu schawör. Und das Bett hat auch unter meinem Gewicht gelitten. Ich sage nur Kuhle.

Seit Freitag ist sie da, meine “Du bist jetzt 30”-Depression. “Funny. Really funny.” Mehr dazu später.

Yai hat gestern angerufen. Um neun abends. Nein, stop. Sie hat versucht, anzurufen. Ich hab nicht abgenommen. Würde ich ihre Stimme hören, würde sich die Zeit mit jedem ihrer Worte verdoppeln, die ich noch benötige um damit klarzukommen. Und wöllte sie mich zurück, müsste sie nur zweimal fragen. Fürs erstemal hätte ich eine vorbereitete Antwort und würde entsprechend “stark” sein. Also lass ich sie nicht sprechen und überlege lieber die Nacht lang, was sie wollte. Status changed from “realization” to “hope” to “denial” to “don’t think about it”. Fuck.

Gestern abend war ich auf der Suche nach einer neuen Stammkneipe. War eine Nullnummer. Drei Stunden (!!!) in Lamai und Chaweng. Kneipen die interessant aussehen sind übervoll. Kneipen die interessant klingen und “Pub” im Namen tragen sehen eher peinlich aus (nach Frühstück beim Bäcker). Kneipen mit Namen wie “Rockmusic Bar” sind eher der lächerliche Versuch zwei Gründe in Thailand nachts auszugehen zu verbinden. Und dann sind da noch die Bars wo man mit “Hello Man” von engbestofften verbraucht aussehenden Frauen angesprochen wird. Und der Pub mit Livemusik in einem Keller, vor dem zwei Gürtel standen die mir fast beim Vorbeifahren um den Hals gefallen wären.

Dann wollte ich mal sehen, was es mit dem Frauenboxen auf sich hat. Jeden Samstag kostenlos auf der Lamai-Beachroad. Wurde dann aber von leichtbestofften und leider nicht schlecht aussehenden Frauen (Plural) angesprochen und floh leicht rosig. Beim zweiten Versuch waren dann zuviele sabbernde Männer um den Ring verteilt.

Dafür wei? ich nun genau, wo ich mir was zu Essen kaufen kann, was in etwa meiner Ernährung in den letzten Monaten entspricht. Hat auch was. Wenngleich mir dann nachts im Bett auch noch eingefallen ist, dass ich die tägliche Nahrungsaufnahme vergessen habe.

Und wo Mr. Coconut am Wochenende in Chaweng spielt, wei? ich jetzt auch. Das ist ein Exil-Deutscher, der im Pub gespielt hat und Rolling-Stones-Songs so langsam und so traurig spielt, dass sie selbst mir gefielen. Dummerweise ist der Wochenendspielort ein Konglomerat aus Transvestiten-Bars. Mal sehen. Vorher betrinken. Denk ich.

Jedenfalls sitze ich im Büro und zelebriere Sonntag. 29 Grad nach Herrn Celsius. Ich friere. Und der Himmel kuckt auch deprimiert aus der Wäsche und fängt ständig an zu heulen.

Manchmal könnte ich die Insel hassen. Zum Glück fällt mir immer noch schnell genug ein, dass ich ja selbst schuld bin.

Und seit zwei Wochen hab ich einen Ohrwurm von den Doors, der ständig hin und her hallt: “This is the end.”

PS: Vom gelben Vogel träumen ist kein Problem. Vom Begriff “gelber Vogel” in Englisch (“yellow bird”) zu träumen, nicht dem Bild, und dann das Ganze für ein schlechtes Omen zu halten, aber nicht zu wissen, warum und wieso, das ist ein Problem. Zumindest für mich.

PPS: “I’ll never look into your eyes again. ” Klar. (“Ride the snake.” Huch. Snake?)

Move on. Move on.

So endet also das zweite Kapitel (oder ist es schon das dritte?) der die schreiBBloga.de ! Ich hab heute in drei vollbepackten Mopedfuhren meinen Kram aus dem Haus in meine neue Hütte gebracht. Eine Hütte, deren Inneres grösstenteils aus einem Bett besteht, einem Bad (kaltes Wasser aus einem Rohr und eine Schöpftoilette (Die World Toilet Organization ist übrigens in Singapore)) und, ähm, einem Moskitonetz. Der Vorteil liegt in der Grö?e, die Hütte ist nämlich klein. Und da ich eh nur zum Schlafen “zu Hause” bin, brauch ich kein Haus, in dem ich nachts in der Gegend rumlaufen kann. Jedenfalls ist die Hütte sehr klein, so dass die eine Betthälfte mit meinem Kram bedeckt ist. Mal sehen was das noch gibt. Vor der Tür ist Strand. 20 Meter weiter das Meer. Der Golf von Thailand. Das ist einer der Vorteile. Nehme ich an. Die Beachstreet ist auch nicht weit und sollte nach einigem Training erlaufen werden können. Womit dann auch Pubs erlaufen werden können und ich nicht mit dem Moped fahren muss. Was das Volumen des zu mir genommenen Alkohols erheblich erhöhen kann. Au?erdem besteht die neue Hütte bereits aus Holz und muss nicht noch extra mit Platten vernagelt werden. Und es wird (hoffentlich) weniger nächtliche Schusswaffenfunktionstests geben.

Wie auch immer. Es geht weiter.

Visacard für 3 Euro

So. Neuer Monat. Neues Konto. Nachdem mein kleines Konto bei der Siam City Bank abgeräumt werden konnte ohne dass die Penner die PIN hatten, habe ich dort natürlich kein Geld mehr deponiert. Ohne Pass kann man kein neues Konto eröffnen und als ich <txp:permlink id=“242”>dann <txp:permlink id=“243”>endlich <txp:permlink id=“272”>meinen Pass hatte, hatte ich kein Geld mehr um es draufzutun. Jetzt hab ich Geld, einen Pass und gute Laune. Also habe ich mal ein Konto bei der Bank of Ayudhya eröffnet.

Die Bank-Thai sah nicht nur gut aus, sie hat auch sehr gut Englisch gekonnt und keine dummen Fragen gestellt. Als Dreingabe gabs eine Karte, zum Geld abheben. Sie fragte mich, ob ich Visa oder ATM wölle, da hab ich zugegriffen. Mein Hauptproblem war ja schon lange Zeit, dass man hier schwer weit kommt ohne Kreditkarte (hab immernoch keine Unterkunft für Singapore).

Tja. Und so habe ich nun die erste Kreditkarte (sollte man Kreditkarten die nur mit Guthaben funktionieren nicht eigentlich Debitkarten nennen?) meines Lebens.

Ich muss einkaufen gehen.

PS: Unglaublich. Sogar Onlinebanking scheint zu gehen. Ich muss mich mal versuchen zu erinnern, wer uns das mit der Siam City Bank eingeredet hat. Hüstel.

One two weeks.

Titelgebender Ausspruch verbunden mit “you will forget me” war eine einige Zeitlang häufig in meiner Hütte zu hörender Dialogbeginn. Nun, ich habe ein kleines Problem damit. Wann beginnen diese ein zwei Wochen? Mit dem ersten Mal verlassen werden? Mit dem ersten “richtigen” Auszug? Mit dem letzten Mal verlassen werden? Mit dem letzten physischen Kontakt? Mit der letzten SMS? Mit dem letzten Haar, das man aus dem Haus entfernt? Hmmm… Rein theoretisch, würde ich das erste Mal nehmen, wäre heute Vergessen angesagt. Ansonsten hätten wir noch ein paar Tage, Wochen. Andererseits, ich gehe hier von braven “Ich hätte dich nie verlassen”-2-Wochen aus, nicht dem erlaubten Zeitbereich von 7 bis 14 Tagen.

Ist schon kompliziert das Leben.

Wobei, es trifft sich gut. Wir haben Freitag. Wir haben Zahltag. Ich werde heute Nacht in den Sound Pub gehen um Judy bei ihrer Abschiedsperformance zu zu sehen (zuzusehen? zuzu sehen?). Am Wochenende ziehe ich um (muss nur noch ein(e|en) passende(s|n) Haus/Raum/Hütte finden). Und dann ist da noch die Sache mit den Haaren. Kann also nicht schaden, wenn wir den heutigen Tag als Tag des Vergessens deklarieren.