Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

The Truman Show Lite

Ein bisschen was von Truman Show hat mein Leben ja derzeit schon. Die Darsteller werden alle ausgetauscht (eher ersatzlos gestrichen). Am Dienstag dachte ich mir so, man muss ja nicht alles aus dem “alten Leben” kippen und schrieb eine SMS an Judy (nicht was ihr schon wieder denkt, das ist die Sängerin der Siam Band), ob und wo sie denn am Dienstag abend spielen (hey, habt ihr nun den Text in der anderen Klammer gelesen oder nicht?). Zurück kam die Antwort, dass sie nicht mehr in Lamai spielen und sie die Band Ende des Monats verlässt.

Nun ja. Das bringt mich in Zugzwang, denn nun bin ich für Freitag in den “Sound Pub” eingeladen, ihrem “Abschieds-Gig”. Der Soundpub ist nicht nur eine Ladybar, er ist auch ein steter Quell unermüdlicher Beschwerden der Anwohner, weil er trotz der Tatsache, dass alle Lokalitäten um 2 Uhr morgens schlie?en müssen bis 6 Uhr morgens geöffnet hat und unüberdacht überaus laut die Gegend beschallt. Mal ganz abgesehen davon, dass wenn er die einzige offene Bar nach 2 Uhr ist er auch gefüllt mit Leuten ist. Da zahlt wohl jemand an die Leute an den Hebeln der Insel.

Jedenfalls: Freitag abend. Chaweng. Soundpub. Ein bisschen rumsozialisieren. Und leider gefühlte Nähe historischer Art. Hoffen wir, dass es beim Fühlen bleibt.

Was den Weggang der Nebendarsteller meiner Show betrifft so bin ich gespannt, ob die Botschaft in Krungthep noch steht, wenn ich im August wieder hin muss. Das war sowieso immer nur ein Provisorium von Planen umgeben ausserhalb des eigentlichen Botschaftsgebäudes.

Harry und G-Punkt

Also Harry und Ginny (ähm, Spoilerwarnung ;). Soso. Das ist ja interessant. Ich bin ja der Meinung mit den Schwestern der besten Freunde was anzufangen ist so unheilbehaftet wie Beziehungen mit Arbeitskollegen oder Gastronomieangestellten auf thailändischen Inseln. Au?erdem wissen wir doch alle, dass Harry eher den Männern zugeneigt ist. Wenn der siebte Band raus ist, schreib ich den achten und das wird garantiert kein jugendfreier.

Ich habe es übrigens immer noch nicht geschafft, an den fünften Band heranzukommen. Irgendwie bin ich hier nicht ganz in der Nähe der zivilisierten Welt. Macht nichts. Dafür gibts preiswerten Sex (hab ich mir sagen lassen). Man kann nicht immer alles auf einmal haben.

Den sechsten Band werde ich vermutlich eh nicht lesen müssen, da hoffentlich Sirius Black am Ende des fünften stirbt und damit jeglicher Grund mein Interesse an dieser Märchengeschichte zu erwecken verschwunden ist. (Black muss sterben, niemand spricht mehr von ihm. Vom alten Papst spricht auch niemand mehr. Und wann hat bittesehr jemand das letzte Mal Freddy Mercury erwähnt? Hmm? Na? Siehste!)

So. Und jetzt: Vorsicht, ein Kreis schliesst sich. Gedankenkette. mit Blut, Hautfetzen und jeder Menge Ekel.

Black wird ja bekannterma?en in den Potter-Movies von Garry Oldman gespielt. Und ich lese gerade “Hannibal” von Thomas Harris. Na? Klingelts? Nein? Gut. Garry spielt auch den Mason Verger aus dem Buch, einen perversen von Hannibal Lector zuerst verunstalteten und später (bilde ich mir ein im Film gesehen zu haben) den fleischfressenden Schweinen vorgeworfenen Kinderschänder.

Jedenfalls war ich heute Nacht an der Stelle angelangt, wo Verger der Agentin erzählt, wie das so alles war, als Hannibal Lector ihm Acid gespritzt hat und er sich selbst mit einer Spiegelscherbe die Haut in Fetzen vom Gesicht gezogen hat um sie an seine beiden Dobermänner zu verfüttern. War sehr plastisch. Ein Glück, dass ich derzeit nicht allzuviel im Magen habe.

Witzig ist auch, dass im Buch immer steht, die Leute werfen mit Körperflüssigkeiten, wenn jemand spuckt (“she threw her bodyfluids on her”). Hmm. Ja. Englisch ist eine schöne Sprache. Eigentlich kann ich ja froh sein, dass ich nun wieder Hilfsverben und Zeitformen verwenden darf.

Buchvermehrung

Nun habe ich ja gestern endlich Mister Brysons Nicht-Travel-Doku zu Ende gelesen und war entsprechend buchlos. Also knatterte ich mit meinem kleinen roten Moped nach getaner Arbeit durch die Beach-Street unseres kleinen Küstenortes auf der Suche nach einem Buchladen mit Harry-Potter-Verkauf (ich habe den fünften Band immer noch nicht gelesen — ja, ich brauche immer etwas länger). Gefunden ward ein Laden schnell — die Filiale einer Kette aus Bangkok, die gebrauchte Bücher verkauft.

Ich mag gebrauchte Bücher. Man überlegt beim Umschlagen der klebrigen Seiten immer, was der oder die Leserin wohl gerade gegessen hat beim Lesen. Oder ob sie es im Bett gelesen haben. Oder am Strand. Oder im Flugzeug. Oder ob sie es in der Gegend rumliegen hatten, um einen potentiellen Sexualpartner was vorzugaukeln. Au?erdem sind sie preiswert (die Bücher). Logisch.

Jedenfalls wollte ich wie gesagt einen Harry-Potter holen und schlich mich hinter Vorsprüngen und Abdeckungen Deckung suchend in den Laden hinein. Drinnen waren die Bücher in den leicht verständlichen Kategorien “Bestseller”, “Author Men”, “Author Woman”, “Sci-Fi”, “True Crime”, “War”, “Spiritual” und “Classic” sortiert. Gut. Ich nahm an, dass Miss Rowling weiblich ist und durchsuchte den Frauenstapel. Nichts. Dann durchsuchte ich die Bestseller-Stapel, da ich mal gehöhrt habe, dass diese Art Bücher recht gut gekauft würde. Nichts. Dann durchsuchte ich die Classic-Stapel, weil eine Serie, die nun inzwischen beim sechsten Band angekommen ist durchaus zu den Klassikern zählen dürfte. Nichts. Dann die Science-Fiction-Stapel, weil das mit dem Harry Potter ja alles nur gelogen und reine Phantasie ist. Wieder nichts. Am Ende, ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben und traute mich auch nicht, zu fragen, fand ich dann endlich einen Stapel Potter-Bände — im Spiritual-Bereich. 20 erste Bände, 7 zweite Bände, zwei dritte Bände und einen vierten Band. Keinen fünften Band. Weshalb ich Thomas Harrisons “Hannibal” mitnahm und wieder ging.

Ich hab es versucht.

Nebenbemerkung 1: Im “True Crime”-Bereich fand ich das Buch “Mating, everybody get his mate”. Das hol ich mir evtl. das nächste Mal (diesmal war ich zu verschüchtert — ja, ich brauche immer etwas länger). Ausserdem hatte ich kurz noch “The god of small things” von Arundhati Roy in der Hand, fand dann aber, dass ich noch nicht zu hochgeistiger Literatur fähig wäre. Und das Regal mit Anne-Rice-Büchern war auch sehr einladend (eine Wand mit 8 Regalen und eines davon voll mit Anne Rice).

Nebenbemerkung 2: Die Frauen. Zwei äu?erst nette Bedienungen bedienten am Bedientisch vor sich hin (nett in sense of suay makmaak, volljährig and intelligent). Sie sprachen jeden Mann an, der reinkam und Bücher kaufte (Frauen kamen interessanterweise nur zwei bei knapp 10 Männern, während ich im Laden war — ja, ich brauche immer etwas länger) und fragten ihn, woher er käme und wann er dahin zurückkehren würde. Mich fragten sie nicht aus. Könnte daran liegen, dass ich die ganze Zeit Thai sprach. oder daran, dass man mir langsam ansieht, dass ich nicht allzubald irgendwohin zurückkehren werde. Oder daran, dass an meinem Arm immer noch die wei?en “Glücks”-Bänder vom Isaanbesuch verknotet waren (ja, ich brauche tatsächlich immer etwas länger). Ich denke, ich werde sie heute abend abschneiden.

Visarun Nummer 3

Soll ja Leute geben, die mit dem Malprogramm ihre Reiserouten aufzeichnen. Die Frau in der Hängematraze ist mir unbekannt.