Bangkok Airport. Wir fliegen nach Chiang Mai, waren noch nicht in Laos, das ist morgen angesagt. Lamyai fliegt zum erstem Mal. Das wird ein Spa?!! Ich muss im Training bleiben. Ist ja nur eine Stunde. Bangkok nervt immer noch. Später mehr. Eigentlich wollte ich auch offline bleiben, aber wir haben noch ein bisschen Zeit. Achso. Die gro?e 30. Hat sich aber nichts geändert dadurch. Höchstens vielleicht, dass ich wieder einen Tag älter geworden bin. Irgendwie ist das fortschreitend. So. Flugzeug ruft. Kein Internet die nächsten Tage. Versprochen.
Out of office
Im Prinzip internet- und vermutlich auch öfters mal strom- sowie ahnungs- und ziellos werde ich in den nächsten Tagen abseits jeglicher objektorienterten Programmierung dem einfachen Leben fröhnen und das schöne Thailand bereisen. Yai hat (anscheinend) aufgehört zu arbeiten und wir fahren morgen erstmal nach Bangkok — diesmal zu meinen Konditionen ;) Computerläden, Tempel und die alten Königsstädte stehen an. Am Montag dann werde ich meinen neuen Pass bekommen, versuchen mein Visa zurückzubekommen und sofort das Land verlassen. Wir werden ein paar Stunden in Laos verbringen (Kambodscha ist ja derzeit eine weniger solide Option). Anschlie?end geht es nach Nong Bua Lampuh in den Isaan, wo Yai ihre Mutter besuchen will, eventuell ihren Vater und jede Menge Geschwister (ein jüngerer Bruder, der bei der Polizei lernt und sich gerade eine Pistole gekauft hat und eine jüngere Schwester, die Schwein (Muu) hei?t und “ein bisschen dick” ist) und Verwandte. Au?erdem ist da wohl noch ein Wasserbüffel, den sie gekauft hat und mal sehen will. Aber so ganz habe ich das noch nicht verstanden. Wenn wir dann noch genügend Zeit haben (wovon ich ausgehe, Yai befürchtet bereits, ich könnte Probleme mit den Umgebungsbedingungen im Isaan (“no hot water, no fan, we speak thai, you watch tv”) haben) , fahren wir mit dem Zug nach Chiang Mai und sehen dort wieder Tempel und alte Häuser an. Anschlie?end gehts wieder auf die Insel und ab in unser hoffentlich noch stehendes Haus. Falls also nichts dazwischen kommt, dann gibt es hier ab 12. Juli oder später in gewohnter Frische etwas zu lesen.
Wir Thais sagen da …
Ich: Whats the time?
Yai: What?
Ich: How late is it?
Yai: Huh?
Ich: What time is it?
Yai: Aray?
Ich: Naliga aray?
Yai: minutenlanges Gelächter I understand you, but we Thai say: Wela thawray?
Ich: Ok. So: Wela thawray?
Yai: We Thai say murmelt was vor sich hin but for you its dänndiehwonn.
Lafontaine und Bush
Neulich hab ich Bush zugehört (dem Jüngeren), wie er erklärte, dass er in einem seiner derzeitigen Jagdgründe unbedingten Frieden will. Das wird er durchsetzen, sagte er. Ich als angehender Pazifist fand das super, aber irgendwie lachten die Leute ringsrum alle. Ich bin rausgegangen auf den anderen Berggipfel wo ein Pooltisch stand. Da spielte Oskar Lafontaine dann eine Partie Pool mit mir. Ich hatte die halben Kugeln und er die Vollen. Er hatte so ein überaus hässliches braunes Jacket an. Braun steht ihm wirklich nicht, sagte ich ihm. Früher hätte er rot getragen, sagt er, aber das mache ihn irgendwie dick und man will sich ja auch verändern. Naja, sag ich, Bush eben sah in Schwarz auch ziemlich dämlich aus. Was Bush ist da? sagte Oskar und konnte nur schwer verbergen, dass er ein bisschen enttäuscht war, weil er nicht eingeladen war. Ja sag ich, der hat was erzählt von Frieden schaffen und so nem Kram. Da lachte Lafontaine und sagte, na da wäre ich aber rot im Gesicht geworden, wenn ich dabei gewesen wäre. Plötzlich verstand ich, warum alle lachten. Ich meinte, ja früher, da war alles besser, da hab ich Witze sofort verstanden. Er meinte, naja. Das komme schon wieder. Es machte ein komisches Geräusch rechts neben meiner Wange und ich meinte, eine kurze Delle in der Sehschärfe bemerkt zu haben. Nach einigen Augenblicken hörte ich sowas wie einen Schuss. Ich sagte, da schie?t jemand auf uns, er lachte, Quatsch, bei uns wird nicht geschossen, plötzlich sprang er aber als ob auch er einen Luftzug mit nachfolgenden Knall gespürt hätte. Er duckte sich und auch ich warf mich auf dem Boden (nicht ohne mir den Queue dabei in den Magen zu rammen). Ich drehte mich auf dem Boden ein wenig und sah zum gegenüberliegenden Bergkamm. Rechts war ein Wald. Links vom Waldrand blitzte es, ich drehte mich um und wollte hinter den Pooltable krabbeln, da traf mich was in die Wirbelsäule. Das tat höllisch weh. Ich überlegte noch schnell, warum die Welt so ungerecht ist, dass es immer die trifft, die gar nichts dafür können, dass sie mal eben mit irgendeinem Penner Pool spielen und nicht die, für die die Kugeln wirklich sind. Ich konnte meinen linken Arm nicht mehr benutzen. Kanonenfutter. Gemeinheit. Und Scharfschützen waren früher auch mal besser.
Dann erwachte ich.
Yai schlief auf ihrem Ellenbogen, der in meine Wirbelsäule gedrückt war. Ihr Knie klemmte in meinem Magen. Meine linke Körperhälfte war komplett eingeschlafen.
Thailänderinnen verstehen
Muuuuahahahahaha. Eben kam ein Google-Suchender rein, der nach Thailänderinnen verstehen suchte. Gut. Ich werde mal versuchen, einiges zusammenzustellen:
Man versteht Thailänderinnen besser, wenn
- man Thai lernt. Das ist die Sprache, die von den meisten Thailänderinnen gesprochen wird.
- man die Kopfhörer aus den Ohren nimmt. Schallwellen haben die unnütze Eigenschaft, sich gegenseitig zu überlagern.
- man näher rangeht (siehe letzter Punkt, das hängt wieder mit den Schallwellen zusammen).
Aber mal ehrlich. Die Suchabfrage hätte doch lauten müssen Frauen verstehen oder?