Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Helmpflicht

Wie bereits erwähnt, besteht auch in Thailand Helmpflicht. Vergangene Woche kam ich nun in den Genuss einer Polizeikontrolle. Dazu muss man wissen, dass die Polizei in Thailand sich ungeheuer ernst nimmt, in Wahrheit aber fett und faul ist. In Bangkok müssen sich jetzt übergewichtige Polizeibeamte einem Abnehmkurs unterziehen .

Jedenfalls kam ich gerade aus dem Immigration Office und fuhr so gen Sonnenuntergang vor mich hin, als Yai von hinten mit ihren Händen auf meinen Kopf klopfte und “oy oy” schrie. Sie sagt recht häufig “oy”, das ist ihr Standardausruf um Be- und Entgeisterung, Befriedigung, Erstaunen und die Tatsache, dass die Suppe mal wieder zu hei? war zu bekunden. In einigen Metern Entfernung sah der Lenker des Mopeds dann das Unheil aufwallen: Jede Menge Polizei und jede Menge angehaltener Mopeds.

Tja. Zumindest in der Wahl der Positionierung haben sie eine erhöhte Intelligenz bewiesen — eine Einbahnstra?e. Ich ergab mich also in mein Schicksal und fuhr einfach weiter. Man hielt auch mich an und packte mich in eine Mopedschlange. Nach einer Weile kam ein des Englischen nicht mächtiger Thaibulle auf mich zu, zeigte auf mein Motorad und sprach “motobike”. Ich nickte freundlich. Konsens. Anschlie?end legte er mir seine Pranke auf den Kopf und meinte ‘helmet". Nun, jemanden auf den Kopf zu fassen ist so ziemlich die gemeinste Beleidigung, die man einem Thai gegenüber ausüben kann, weil der Kopf das höchste des Menschen ist. Man sollte deshalb auch keinem Kind auf den Kopf fassen (auch wennn das Gutschigutschi-Tatschen ein höchst verbreitetes Farang-Gehabe ist). Jedenfalls habe ich das als bewusste Beleidung aufgefasst, ihn angelächelt, “ok” gesagt, auf sein Namensschild getatscht und gefragt, ob das sein Name ist. 1:1 würde ich mal sagen. Er füllte dann irgendein Papier aus, ich durfte meinen Namen eintragen und unterschreiben. Das hätte durchaus ein Mordgeständnis gewesen sein können, denn es war wie immer alles in Thai geschrieben.

Ich durfte dann mit meinem Zettelchen in ein Fischrestaurant am Stra?enrand wo zwei noch wichtigere Polizisten hinter einem Tisch Quittungen ausstellten (siehe Scan) und Geld einsammelten. Auch hier wurde ich wieder nach Namen und Nationalität gefragt, durfte 300 THB bezahlen und entschwinden. Helmlos.

Gut. Fassen wir zusammen:

  • Es wurde kein Ausweis verlangt. Das nächste Mal nenne ich mich Friedrich Wilhelm Murnau.
  • Die “Expaten” behaupten immer, eine Polizeikontrolle mit Erkennung der Helmlosigkeit führe eine 600" />-Strafe und 2 Stunden Aufenthalt in der Polizeistation nach sich. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Eine Polizeikontrolle mit Erkennung der Helmlosigkeit führt keine 600 THB-Strafe und keinen 2 Stunden Aufenthalt in der Polizeistation nach sich.
  • Die “Expaten” behaupten immer, dass die Polizei entweder Thais oder Farangs aussiebt. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Die holen immer alle raus, die sie kriegen können.
  • Es geht das Gerücht um, dass hier länger ansässige Expats überhaupt keine Ahnung von verschiedenen Dingen haben. Der Autor bemerkt hierzu Folgendes: Das ist richtig.

Essen gehen II

Natürlich waren wir auch heute nicht im Spa. Glücklicherweise stellten wir gemeinsam kurz vor dem Abgang ins Spa fest, dass im Kühlschrank kein Saft mehr vorhanden war und was ist ein Kühlschrank ohne Saft? Genau! Leer. Wir entschieden uns also spontan zu einem Teskobesuch. Ich trug den Mopedhelm. Richtig gehört. Ich habe ihn aus seiner Ecke geholt, von Staub befreit und mir aufgesetzt. Das allerdings erst nach schier endlosen Diskussionen in denen Yai mir beteuerte von jemandem, dessen Namen sie nicht kannte im Pub gehört zu haben, dass heute, genau heute, vorm Tesko die Polizei Helmkontrolle macht. Klar, sag ich, machen die ganz sicher und sah dabei möglichst ungläubig aus. Dummerweise war sie beleidigt und ich sah mich gezwungen das Plasteteil zur Vermeidung wochenendlichen Unfriedens aufzusetzen. Wir vereinbarten aber einen Gewinn von 100"/> für mich, wenn keine Polizei an der Stra?e steht und einen von 100" /> für sie, wenn sie stehen. Ich habe 100" /> gewonnen. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr plötzlicher Wunsch, mich behelmt vor sich sitzen zu haben mit einer unerfreulichen Begegnung vergangene Woche in Ban Nathon zusammenhängt, die mich um 300 THB erleichterte, einen Polizisten meinen Kopf berühren und mich ein thailändisches Formular ausfüllen lies. Aber das erzähl ich später mal. Jedenfalls, um mal zum eigentlichen Thema zurückzukommen, fuhren wir zu Tesko, kauften ein und dann schob ich sie einfach zu Kentucky Fried Chicken rein. Das ist nicht unbedingt romantisch da, aber wieder mit ihren Freundinnen zu essen war die andere Option. Da ist man nicht wählerisch. Gut. Ich war ja noch nie bei KFC und dachte immer, das ist ganz nett. War es aber nicht. Es gab riesige Teller (25×25, viereckig) auf denen sich dann komische kleine Hühnerteile tummelten. Der ungenutzte Raum war irgendwie um ein Vielfaches grö?er als der belegte. Die Cola war schweinesü? (ich mag mir gar keinen verbalen Ausdruck dafür ausdenken). Ich machte mir schon Sorgen, dass Yai das alles ziemlich blöd finden würde und mir dann lang und breit erklärt, dass wir doch viel mehr Spa? in ihrem Raum gehabt hätten. Interessanterweise hatte sie aber viel mehr Spa? hier. Die Cola hatte genau die richtige umwerfende ?bersü?e, die Hühnchenpanade war sü? genug und zum Schlu? sprach sie die mich berauschenden Worte “next time i take menu 4”. Es besteht Hoffnung. Ich geh ein bisschen runter mit meinen Ansprüchen und alles wird gut. Wobei. Das Spa hab ich immer noch nicht aufgegeben. Datt wird schon noch!

Am Strand

Dialog zum Bild:

Yai: Why you not go swimming?

Ich: Dont like it. I am fat.

Yai: But you farang. Farang go swimming.

Ich: Thats because you do not go swimming? You are no farang?

Yai: Have no bikini!! (mit einem Blick als ob das eine Selbstverständlichkeit wäre, dass Thais keine Bikinis haben)

Ich: I buy you a bikini! You go swimming then?

Yai: Yes. I take care of your stuff, you go swimming.

Ich: I mean you go swimming?

Yai: Yes. Go swimming.

Das war letzte Woche. Als ich heute frug, was denn mit Schwimmen gehen wäre, wurde herzlich gelacht.

Essen gehen

Heute wollte ich mal mit Yai essen gehen. Ich habe das von langer Hand vorbereitet, schlie?lich gehen unsere Zeitpläne ein bisschen auseinander, ich arbeite und wenn ich nicht arbeite, arbeitet sie oder wir schlafen. Da kann man nicht im Restaurant sitzen (mal ganz abgesehen davon, dass die Nachts um zwei bereits geschlossen haben, ich würde ja alles versuchen). Samstags und Sonntags allerdings habe ich vormittags Zeit, wo auch immer hin zu gehen. Jedenfalls frug ich sie bereits gestern, ob wir denn Heute essen gehen würden. Würde ich fragen, ob sie mit mir essen gehen will, würde sie den Braten riechen und sofort nein sagen mit der überaus treffenden Bemerkung, wir müssten doch Geld sparen für den Urlaub. Ich sprach also mein “we go eat tomorrow” mit fragendem Blick und erhielt ein “yes, we eat äääävery day” zur Antwort. Soweit sogut, das Thema war schonmal auf Essen gesetzt. Ich setze nach mit einem reichlich galanten “but go eating tii ran ahaan!” (kleiner Hinweis für die des Thais Unmächtigen: ran ahaan ist das Restaurant und tii ist in, zu, nach). Sie machte gro?e Augen, sagte aber trotzdem “yes”. Strike dachte ich bei mir und geno? den Abend. Heute morgen dann schafften wir es tatsächlich, um 12 aus dem Bett zu kommen. Projekt “Essen gehen” war in tiefer Gefahr, da ich mindestens eine Stunde für eine romantische Essensdauer halte. Gegen zwei musste Yai allerdings wieder arbeiten gehen. Gut, wir sprangen also aus dem Bett und verrichteten verschiedene Dinge unter Zuhilfenahme unter anderem von Wasser. Nach einer Weile fragte Yai in einem mir nur zu bekannten Tonfall (dem des “mal sehen, ob ich noch schnell ein Gegenargument finde”) “where we go eat?” Eine berechtigte Frage. Ich habe das Lamai Spa ausgewählt — dort gibt es verschiedenes gesundes Gelumpe zu essen. Ich hätte fast gesagt, es gibt dort vegetarisches Essen, aber dann und wann findet man schon ein bisschen Huhn oder Schwein zwischen den Gräsern. Als ich ihr das Lamai Spa nannte, kam die logische Rückfrage “and what we eat there?” — Ha, wie berechenbar. Da hatte ich natürlich eine vorbereitete Antwort drauf: “vegetarian food and such stuff. you know larb gai?” (Larb gai ist ein Limonengrasfutter mit gebratenen Hühnchenteilen. Sehr sehr lecker!). Larb Gai kannte sie. Trotzdem war ihr anzumerken, dass sie höchst ungern in ein Restaurant gehen wollte. (Ich hatte es “ganz am Anfang” schonmal geschafft, sie in ein Fischrestaurant einzuladen, da meinte sie dann zu mir, dass das das dritte Mal ist, dass sie irgendwo essen geht und das erste Mal nicht mit ihren Freundinnen. Sollte ich meine Gedanken diesbezüglich in Worte fassen können, werde ich mich dazu äu?ern, bis dahin lass ich das mal so stehen.) Wir diskutierten jedenfalls noch ein Stück und sie erklärte mir (überaus glaubwürdig ;), dass wir ins Spa gehen. Die Zeit verrann. Dann musste das Haus geputzt werden. Die Zeit verrann weiter. Dann musste das Bett gemacht werden. Dann war es viertel zwei und der Timeslot für das romantische Mittagessen vergangen. Wir packten uns aufs Moped, fuhren nach Chaweng, kauften auf dem Markt komische Nahrungsmittel (toter Fisch, gelbbräunliche Suppe und Gemüse ungekocht) ein und a?en dann schnell und eilig auf dem Fu?boden ihres Raumes mit ihren Freundinnen. Soviel zum Thema Romantik.

Interessantes Nebendetail: Als wir am Spa vorbeifuhren und mein sehnsüchtiger Blick dahin wanderte, luden Lieferanten gerade jede Menge Kokosnüsse aus. Sie mag Kokosnüsse. Ich erklärte ihr, dass die hier viel mit Kokosnüssen kochen und sie den Saft sogar direkt aus der Nuss trinken kann. Ihre Augen wurden grösser und sie legte fest, dass wir morgen Essen gehen werden. Ins Spa. Mal sehen. Ich werde berichten.

High security

?brigens kucken wir uns derzeit nach einem neuen Haus um. Nicht dass ich mich ungeschützt fühlen würde — Mr. Wit schläft nun mit seiner ganzen Familie im Ressort (12 Personen, ein Kleinkind, der Rest erwachsene SangSom-Trinker) und hat überall Pfosten in den Boden geschlagen, worauf Glühbirnen befestigt sind und die Nacht durch das Areal erhellen. Ich bin heute ungefähr um fünf eingeschlafen. Au?erdem sind die Häuser nun absolut sicher — wenn ich da bin. Dann kann ich nämlich jede Türe verriegeln. Kann also niemand reinkommen — wenn ich da bin. (Zitat Yai: He is a really crazy man!)

Das neue Haus sollte aber schon eine Küche und eine Klimaanlage haben. Deshalb könnte es noch ein Stück dauern. Soll ja wohnlich sein. Heimat und so. Au?erdem mag Yai nicht so ganz damit rausrücken, wo wir denn hinziehen wollen, Chaweng oder Lamai. In Lamai könnten wir eine Sektion in einer Edelvilla bekommen. In Chaweng ein edles Holzhaus. Mal ganz abgesehen davon, dass wir am Sonntag im Süden das absolute Tophaus gefunden haben. Ist halt nur ne halbe Stunde von der Arbeit entfernt.