Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Mangostanenprüfer

Titelgebende Bezeichnung kann ich mir nun geben, denn ich wei? nun, wie man Mangostanen auf Qualität prüft. Aber fangen wir am Anfang an.

Vorhin stand ich bei Tesko und tütete mit wissendem Blick und kennerischer Miene einige qualitativ hochwertige Mangostanen in die Tüte auf dass sie mir den Filmabend verschönern mögen. Ich nahm nur die guten roten festen.

Plözlich steht eine ältere Frau neben mir. Naja. Nicht älter. Aber auch nicht jung. Also älter als ich allemal. Und das soll mal was hei?en. Und damit schonmal gar nicht mehr meine Zielgruppe. Aber nicht hässlich. Eben nur alt. Mittelalt. Jedenfalls steht sie so neben mir, schüttelt den Kopf und sagt “Noh noh noh!!!”. Ich kuck sie an und denke mir “Ah, schön, Kontakt zu den Eingeborenen.”, da nimmt sie schon meine Tüte und leert sie aus. dann nimmt sie zwei Mangostanen. Eine hässliche unscheinbare und eine meiner süssen dicken roten. Dann drückt sie auf beide, die dicke rote gibt nicht nach, die hässliche geht einzudrücken. Sie hät mir die dicke rote vor die Nase und sagt “Noh guud”, die kleine und sagt “Guudh!”.

Soso. Ich habe mich brav bedankt und wieder angefangen, neue Mangostanen einzutüten. Sie half noch ein bisschen und verschwand dann mit zufriedenem Blick, nachdem ich ihr mehrere “Kop Khun Maak"s vor die Füsse warf.

Man halte also fest: Mangostanen sind erst dann gut, wenn man sie spürbar eindrücken kann und zwischen Schale und Frucht ein Hohlraum ist.

Ich hab noch eine harte dicke rote Mangostane eingepackt, damit ich zuhause testen kann, was mir denn eigentlich fuer ein Unterschied entgangen wäre.

PS: ?berhaupt ist heute eine seltsame Energie in der Luft. Die Leute sind fröhlicher als sonst und hören auch andere Lieder. Und sie lächeln mehr. Irgendwas ist in der Luft.

Chakri Day

Jawohl! Es ist April. Mit 4 Feiertagen der arbeitstechnisch ertragreichste Monat unseres kleinen Unternehmens. Morgen nun ist der erste Feiertag: Der Chakri Tag (Chakri Day). An diesem Tag pflegt der gewönliche Thailänder der Chakri-Dynastie zu huldigen, die hier gerade seit 1782 (ratet an welchem Tag? Ja! Dem 6. April!) an der Macht ist. König Bhumibol Aulyadej der Gro?e ist übrigens der neunte König der Chakri-Dynastie.

Man feiert und schmaust und feiert. Gearbeitet wird nicht. Also noch weniger als sonst.

Und König Bhumipol der Gro?e ist der Monarch mit der weltweit längsten Regierungszeit bisher. Da kann nicht mal Fürst Reinier von Monacco mithalten und der scheint ja nun sicher nicht länger als Bhumibol zu leben.

Der Visarun – Teil 2

Sie stülpten uns Jutesäcke über den Kopf, damit wir später nicht sagen können, wo wir lang fuhren. Auf einer Holzbank entlang der Lasterwand nebeneinander aufgereiht, schweissnasse Körper, stinkend, sassen wir und warteten auf unser Schicksal. Mein Jutesack roch, als hätte ihn eine Katze als Urinal genutzt. Nicht nur einmalig. Nach einer Weile hielt der Laster und es sprang jemand auf die Ladewand. Der Laster fuhr weiter. Eine Stimme in gebieterischem Ton schnarrte “Yuuh säih wonn wörd!” — ein Spritzeln wie Stromschläge, der Geruch von Erbsensuppe und ein kurzer Schrei, der schnell erstarb. Wir würden niemals mehr Worte sagen…

Wir durchfuhren einige Stra?ensperren, es kam mir vor wie Stunden, dann waren wir da. Man fesselte unsere Beine aneinander und lies uns aussteigen. Wer nicht schnell genug war, wurde mit Stöcken geschlagen. Man führte uns eine Mauer entlang…

Hmm… Muss ich noch umformulieren. Ich arbeite gerade an meinem Bericht über den Visarun. Kann noch ein Stück dauern, glaube ich.

Der Neue

Eben im Spiegel unter dem Titel ““Bischof Tutu hofft auf afrikanischen Papst”:http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,349554,00.html”:

Offiziell spielt die Herkunft der Kandidaten bei der Papst-Wahl keine Rolle. Es gehe allein um Glaubensstärke und Führungskraft, versichert der Vatikan. Doch nicht nur der afrikanische Bischof Desmond Tutu fragt sich: Wenn die Mehrheit der Katholiken in Entwicklungsländern lebt, warum waren bislang alle Päpste Europäer?

Aaaalso, wollen wir erstmal fragen, warum die Mehrheit der Katholiken in Entwicklungsländern lebt? Ja? Bitte:

  1. Zwangs-Christianisierung

  2. Kondome sind böse

Ich hoffe übrigens auf einen menschlichen Papst. Aber das geht mich ja alles nichts mehr an.

PS: Hier in Thailand gibt es 95% Buddhisten und 5% Moslems. Der Rest sind Christen.