Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Flugzeugträger in der Bucht

Und auch die Deutsche Botschaft schreibt schon einen Rundbrief wegen des Wetters:

Aufgrund anhaltender Stürme und schweren Regenfällen in der südlichen Küstenregion Thailands wurde der Flughafen Koh Samui gestern geschlossen.

Der Flughafen Nakhon Sri Thammarat ist seit dem 25. März geschlossen.

Der Fährbetrieb zwischen dem Festland und den Inseln Koh Samui, Koh Pha Ngan und Koh Tao wurde wegen hoher See und starkem Wind eingestellt.

Bei einer Kontaktaufname mit der Operationszentrale der Royal Thai Navy wurde die Botschaft informiert, dass die thailändische Marine bemüht ist, Notleidende von den Inseln zu evakuieren.

Bei Fragen zu Umbuchungen, Reiseverlauf etc. wenden sie sich bitte an Ihren Reiseveranstalter bzw. ihre Fluggesellschaft.

Tatsächlich soll der Flugzeugträger der thailändischen Marine auf dem Weg sein oder bereits vor Koh Tao liegen um Touristen vor verlängertem (verwässertem) Urlaub zu retten.

Der Wetterbericht klang gestern noch so, als ob es heute nur noch teilweise regnen sollte — das sieht dann heute schon etwas anders aus. Auf der Stra?e fahren Bagger und Schaufelgeräte herum und schütten mit Sand von der Bergseite der Ringroad die Einfahrten auf der Meeresseite der Ringroad zu.

Mein Bach vorm Haus hat sich tief in den Boden gefressen — ein bisschen froh bin ich schon über die Lage meines Hauses, andere Stellen auf der Insel stehen bis zum Hals unter Wasser.

Gestern “durfte” ich ein Resort um die Ecke, für das ich die Website machen durfte besuchen — die Fluten haben einen gro?en Teil des Resorts einfach weg geschwemmt und es wird wohl schlie?en müssen.

Das ist die schwerste Regenperiode meiner sieben Jahre auf der Insel (mal ganz abgesehen davon, dass das Wetter hier normalerweise um diese Jahreszeit trocken, hei?, schwül und durch Wassernotstand geprägt ist.

Keine Overstay-Gebühren wegen schlechten Wetters

Das Hauptbüro der Immigrationsbehörde Thailands hat gerade folgende Anweisung heraus gegeben:

Any person that overstay their visa period between 27th March to 1st of April will be exemt from usual penalty charges due to the extreme weather conditions.

Ferry passengers from Koh Samui, Koh Phangan, Koh Tao with tickets between 27th March and 1st of April must keep their tickets to show to immigration departure to be exempt from overstay charges.

Normalerweise zahlt man für jeden Tag, den man zuviel im Königreich verbringt 500 Baht Strafe. Wenn man allerdings seinen Visarun in dieser Woche verschieben musste — die Fähren fuhren nicht und es gehen auch heute nur 2 Flüge auf und von der Insel weg — kann man noch am 2. April mit dem Ticket ohne Strafgebühren über die Grenze gehen.

Ich bin ja schon ganz froh, dass ich meinen Visarun diesmal zwei Wochen eher gemacht habe ;)

2012 +/- 1

Es regnet. Das ist nichts Neues, es regnet häufiger mal. Interessanterweise aber ist es März und “normalerweise” haben wir zu dieser Zeit kein Wölkchen am Himmel, 35 Grad im Schatten und wünschen uns nichts sehnlicher als Regen.

Nun also regnet es, seit gut einer Woche durchgehend. Nicht tröpfelnd, nicht pieselnd, nein, richtiger echter Gump’scher Regen. Mein Klong vorm Haus ist randvoll Wasser, die Brücke an der Stra?e verstopft, die Stra?e überflutet. Der kleine Wasserfall, der sich in der vergangenen “regulären” Regenzeit vorm Haus bildete, hat sich zuerst 20 Meter flussaufwärts verlagert und ist dann ganz verschwunden. Bin gespannt, wie der Bach aussieht, wenn das Wasser abgeflossen ist.

Rund ums Haus bilden sich Sturzbäche und tiefe Rinnen. Die Wurzeln der Bäume ringsum sind auch schon frei gelegt. Das wird noch viel Aufräumarbeit geben.

Gestern bin ich (gezwungenerma?en, drei Tage lang ging mein Internet nicht und ein Webworker auf Cold Turkey ist kein schöner Anblick) mal nach Nathon gefahren. Der Hinweg war ein Spaziergang, höchstens mal 10cm Wasser und heftige Windböen.

Rückzu sah es schon etwas anders aus. Die Wolken hingen zum Greifen tief, das Wasser strömte von allen Seiten und die Windböen rissen heftig an meinem kleinen Moped. In den Bergen zwischen Nathon und Bang Por standen die Leute schon mit Schaufeln bereit, weil der Hang bereits wieder am Rutschen war.

Einen Kilometer vor meinem Haus, einer warmen Dusche und mehr oder weniger trockenem Untergrund kam meine Reise dann ins Stocken. Es gibt da so eine Doppelkurve in Bang Por, die schon bei leichtem Regen immer überflutet ist. Diesmal vereinten sich dort drei Flüsse (einer von einer seitlichen Stra?e und zwei von der Ringroad) zu einer heftigen Strömung, die alles mitriss, was sich hinein wagte.

Nach einer Weile, in der ich im Regen stand und mir überlegte, ob ich das Moped stehen lasse und per Anhalter weiter reise oder ein paar Stunden warten sollte, kam ein kleiner vermummter Thai und gestikulierte mich zwischen ein paar Hütten vorbei durch nur knöcheltiefes Wasser, Gestrüpp, über eine kleine Holzbrücke und eine Wiese (vor der ich schon wieder 5 Minuten zauderte — Schlangen und anderes Getier sind nicht unbedingt mein Ding) an den Stromschnellen vorbei. Zurück auf der Ringroad soff mein Moped dann trotzdem kurz ab (aus irgendeinem Grund kann in Thailand niemand Kurven bauen, ohne dass die Strassen geneigt sind und sich tiefe Wasserrinnen bilden können). Auf den Kopf gestellt und ausgetrocknet (das Moped) machte ich mich dann auf die letzten Paar Meter zum Haus und nahm mir vor, nicht mehr raus zu gehen.

Flüge und Fähren von und auf die Insel sind storniert . Einen Tag lang soll es noch so regnen und dann bis zum 3. April “etwas weniger”. Jaja.

Und es regnet. Und regnet. Und regnet.

PS: Wenigstens geht es den Hunden wieder recht gut. Soosie ist nur noch Haut und Knochen, hat die Infektion oder überstanden. Ich hoffe mal, wir holen uns jetzt nicht vom schwimmenden Gassi-Gehen noch eine Lungenentzündung.

PPS: Ich gelobe, mich nie wieder über hei?es trockenes Wetter zu beschweren. Wirklich. Der Regen darf jetzt gerne aufhören.

Erdbeben in Myanmar

In Myanmar nahe der Grenze Nordthailands bebte eben zweimal die Erde . “Nur” 7.0 auf der Richterskala, trotzdem sollen noch in Bangkok (800km entfernt) die Wolkenkratzer geschwankt haben. Seitdem steht das Telephon bei mir nicht still, weil alle vom “Internetexperten” wissen wollen, was eigentlich los sei.

Nicht viel. Erdbeben in Nordthailand sind genauso üblich wie in Japan. Das zweite Beben allerdings soll mit 230km Tiefe erstaunlich tief gewesen sein. Für einen Tsunami war das Erdbeben zuweit vom Meer entfernt — tragisch, dass man das heutzutage noch extra erwähnen muss.