Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Blutwürmer

Wenn ich “Blutwürmer” höre, denke ich an Horrorgeschöpfe a la Alien und Dune. Das nur am Rande.

Am Dienstag waren wir (oder besser Pokki und Soosie) im Hundespa zum Haare schneiden, Duschen, Föhnen — ich erwähne das nur, weil ich da einen Zusammenhang zu den Ereignissen der restlichen Woche sehe…

Am Mittwoch lag Pokki morgens apathisch auf der Hundematte und hob nicht mal den Kopf, als ich ihn rief. Mir schwante schon Schlimmes, als er auch nicht auf das Plastiktütengeräusch seiner Lieblingsleckerlies reagierte. Mittags ging es ihm aber schon wieder gut genug, um alle Bälle im Haus zusammen zu suchen und mich zum Spielen zu zwingen.

Abends dann fing Soosie an, in der Ecke herum zu liegen. Seit Donnerstag abend musste ich sie dann zum Gassigang mit milder Gewalt bringen. Als ich Gestern dann nervlich endlich soweit war, in die Tierklinik zu fahren, war sie plötzlich wieder mopsfidel. Naja, dachte ich mir, wird sie sich morgen wohl wieder gefangen haben.

Hat sie aber nicht, weshalb wir dann heute im Krankenhaus waren. Man zog etwas Blut ab, nahm ihre Temperatur, legte sie sofort auf Eis und an den Tropf, um sie abzukühlen und holte eine Dose “Patienten”-Hundefutter — und sie schleckte ein paar Finger Food.

Lt. Blutanalyse hat sie keine Blutwürmer, aber fast dreimal soviele wei?e Blutkörperchen im Blut als für einen Hund ihrer Grö?e normal, was auf einen Kampf im Blut gegen irgendeine Infektion hin weist. Nun hab ich eine klitzekleine aber teure Dose Hundefutter zu Hause (irgendwas lässt das Zeug so riechen, dass selbst sehr schwache Hunde sich noch aufraffen, um zu fressen, wurde mir erklärt), die zwar für 24 Stunden reichen soll, aber von meinem Finger nur schief angesehen wird, Antibiotika, die ich nicht vor morgen Abend verfüttern darf, Vitaminpaste und eine traurige kleine Soosie auf der Hundedecke. Irgendwas haben sie ihr heute Morgen schon gespritzt.

Seit einzwei Stunden nun hat Pokki auf einmal höhere Temperaturen. Und morgen hat die Tierklinik zu.

Das Futter habe ich diese Woche komplett ausgetauscht, weil ich am Anfang noch dachte, dass sie nur gegen das Futter demonstrieren — dabei stehen sie beide auf Marken-Hühnchen-Futter.

Konstruktive Kritik

Eben in der Mailbox:

ihr seid ja wohl das letzte schmierenblatt im internet ! so viel dummheit auf einen haufen hat man noch nie gesehen ! jochen gold

Zeichensetzung hab ich jetzt mal nicht den Gepflogenheiten in diesem Schmierenblatt angepasst.

Ich finde, jeder darf seine Meinung haben. Auf der vom obigen Schreiberling genutzten Seite steht übrigens folgender Absatz VOR dem Formular:

Schroffe oder beleidigende Nachrichten werden wohlwollend unbeantwortet gelassen und zur späteren kommentierenden Publikation gesammelt.

Was hiermit getan wäre.

Nach kurzem Googlen des Herren fand ich folgenden recht beschreibenden Satz, den er über sich selbst niederschrieb:

Entspannen,Abschalten und nicht zuviel nachdenken.

Siehe Logfiles:

3:34:16 Uhr Friedliche Demonstranten in Bangkok

3:34:29 Uhr Kontakt

Schneiden – Nachtrag

<p>
  Mehr Photos wie immer <a href="http://www.flickr.com/photos/schreibblogade">bei Flickr</a>. Unter anderem <a href="http://www.flickr.com/photos/schreibblogade/5528682313/">die Haarklammern Soosies</a>, die genau 5 Minuten in den Haaren blieben. Arme Hello Kitty Kitty.
</p>

Schneiden

Heute Morgen ergab sich (ich sage gleich wo) der folgende Dialog zwischen mir und einer Service-Dame:

Sie: Ooooi (Ohah!)

Ich: Sawadee krap (Guten Morgen)

Sie: Tat mei? (Schneiden?)

Ich: Mei tat! (Nicht schneiden!)

Sie: Tat! (Schneiden!)

Ich: Mei tat! (Nicht schneiden!)

Sie: Taaahaat!!! (Schneiden!)

Ich: Thammai? (Warum?)

Sie: Mei tat, eh? (Nicht schneiden, oder?)

Ich: Mei tat! (Nicht schneiden)

Sie: Hmmm…. Tat! (Hmmm. Schneiden!)

Ich: Thammai? (Warum?)

Sie: Ok, mei tat! (Ok, nicht schneiden!)

Ich: Ehm, what?

Sie: Tat! (Schneiden)

Das ging noch eine Weile so hin und her in der sie mich dann wortreicher aber auf Thai über die Nebenwirkungen und Risiken von “nicht schneiden” aufklärte und dann einigten wir uns darauf, dass 50% geschnitten werden.

Nun sitze ich zu Hause und warte auf das Resultat. Ich wollte nämlich eigentlich nur meine Hunde zum Waschen, Föhnen, Aufbretzeln bringen, weil mir jemand sagte, man vermisse Hundebilder im Blog. Beim Hundespa des Vertrauens war man weniger begeistert und wollte unbedingt schneiden. Interessanter weise kostet Schneiden mehr als Waschen, scheint aber weniger Arbeit zu machen. Eine typische Thai-Mischkalkulation.

Der Haufen

Neulich kamen die Rasenmähermänner und mähten den Rasen vor und um meinem Haus herum. Mein Hausbesitzer kam herbei geeilt und hatte eine Idee — sie könnten doch mal die Bäume beschneiden. Gesagt getan, sie säbelten hier und da die ?ste ab. Die Reste der ?ste legten sie zu einem Haufen auf der Lichtung im Dschungel über meinem kleinen Khlong vor dem Haus ab. Dann zogen sie von dannen.

(Ich möchte an dieser Stelle meiner Verwunderung Ausdruck verleihen, dass sie den Rasenmäher-Event in unter 24 Stunden inklusive Baumverstümmelung vollbracht haben. Normalerweise brauchen Sie mindestens drei Tage, in denen sie mich mehr als nerven — man stelle sich drei vermummte Personen vor, die mit ihren Rasenkantenschneidern vorbehaltslos drauflosschneiden, aufspritzenden Kies, zerkratzte Fensterscheiben, Mopeds, Grasleichen überall und dann dieser fiese Heuschnupfengeruch der tagelang in der Luft hängt.)

Ein paar Tage später fiel dem Hausbesitzer auf, dass der Haufen mit toten Bäumen und Gräsern immer noch auf der Lichtung herumlungerte und er schickte den Neffen seiner Gemahlin, um ein Feuer zu entfachen. Der Neffe wiederum soll, so sagt man mir, schon mehrmals mit dem Moped gegen einen Strommasten gefahren sein. Mir ist nicht bekannt ob es ein und der gleiche war oder ob er das variierte.

Jedenfalls scheint er hier und da einen Holzschiefer zurückbehalten zu haben, denn er startete sein Moped vor dem Haus des Hausbesitzers — 20 Meter von meinem entfernt, lies es ein paar Minuten herumpöttern (keiner sitzt gerne auf einem kalten Moped), setze sich dann drauf, fuhr auf die Ringroad, dann die Einfahrt zum kleinen Resort um die Ecke rein und dann zur kleinen Lichtung gegenüber (20 Meter von meinem Haus entfernt).

Dann brachte er den Haufen irgendwie dazu, zu brennen. So schwer kann das nicht gewesen sein, es hat schon ein paar Tage nicht mehr geregnet. Der Haufen begann zu schwelen. Der Haufen begann zu qualmen. Der Haufen begann sehr stark zu qualmen. In die Richtung des Hauses vom Gemahl seiner Tante. Der trat vor die Tür und schrie etwas, kurz darauf war das Feuer wieder aus und der Neffe konnte sich auf die anstrengende Rückreise machen.

Seither liegt der Haufen so vor sich hin, an einer Seite ein wenig angeschmort, auf der anderen etwas ausgedoerrt und rottet vor sich hin. Heute kam der Neffe (nach gut 3 Wochen) wieder vorbei und versuchte erneut, den Haufen in Brand zu versetzen — erfolglos.

Was solls, solange die da kein Haus bauen kann dort (ver)rotten was will und solange ihm nicht die Idee kommt, mit einem Benzinkanister vorbeizukommen, ist mir alles recht.