Samui? Samui!David's Neighbour's Notizen über sein Leben als Auswanderer auf der Insel Koh Samui in Thailand. Auf Deutsch, und so...

Tier- und andere Krankheiten

Die Grippe von 2009, H1N1 oder Schweinegrippe, wie die durch Paniken mehr Ausgaben verkaufenden Medien die diesjährige Grippewelle gerne nennen, hat Thailand fest im Griff.

Vor ein paar Wochen fand ich es noch ganz seltsam, dass das thailändische Gesundheitsministerium sich so auffallend aktiv in der Region darum kümmerte, dass informiert wird. Sie hielten sogar den ersten internationalen Kongress zur kommenden Pandemie ab.

Seit vergangener Woche steigen die Erkrankungszahlen, seit gestern sind es mehr als 150 — offiziell, ich will nicht wissen was man uns alles noch verheimlicht hat, solange man konnte. Nun kann man nicht mehr, denn die Hälfte der Taiwanesischen Erkrankungen stammt aus Phuket und einige Fälle in Hongkong haben sich in Thailand angesteckt. Wie interessant. Das alles ist natürlich erst in der letzten Woche passiert.

Thailand hat für Seuchenfälle immer medienwirksam (siehe Photo oben und Photostrecke bei Yahoo! News ) seuchensichere Anzüge mit kleinen Thais drinnen zur Verfügung, die alles mit Desinfektionsmitteln abspritzen was nicht bei drei in der nächsten Ladybar verschwunden ist.

Phuket sei in diesen Tagen nicht so empfehlenswert, hört man.

Was bin ich froh, dass ich seit gut drei Wochen, hust, keuch, mit meiner kleinen Klimaanlagen-Erkältung kämpfe und somit immun gegen die Schweine bin. Esse eh kein Schweinefleisch mehr ;)

PS: Heute sinds schon 201 Fälle .

David Carradine ist tot

David Carradine ist nach Presseberichten tot . Vermutlich hat er sich selbst umgebracht, zumindest hat man ihn in einem Bangkoker Hotelzimmer hängend gefunden.

Die älteren unter meinen Lesern werden ihn als Kwai Chang Caine aus der Serie “Kung Fu” kennen, die jüngeren als Bill aus Kill Bill.

Ich finde immer wieder berauschend, mit welcher Detailfreude selbst halbwegs seriöse Medien hier in Thailand Todes- und andere Fälle begleiten:

Carradine, 72, was in Bangkok to shoot his latest movie, Stretch, and stayed at a Suite Room 352 of the Park Nai Lert Hotel on Wireless Road since June 2… It was a hotel’s maid who opened his suite on Thursday at 10 am only to find Carradine in a closet. He was described as behind half naked. Police investigation showed that he hung himself with a rope, the kind that is used with curtains.

Nun wissen wir es genau.

Babypanda in Chiang Mai

 

Es wurde ja auch Zeit. Nach unendlichen <txp:permlink id=“1196”>Versuchen, die Pandabären im Zoo von Chiang Mai zum ehelichen Sex zu animieren, wurde nun endlich ein kleines Panda-Baby (auf diesem Photo in der Schnauze der Mutter) geboren.

Der Kleine ist nicht freiwillig gezeugt worden und wird nach spätestens 24 Monaten zu den Kommunisten in China abgeschoben — da wo alle kleinen Babypandas einmal landen müssen.

Die Freuden des käuflichen Lichtspiels auf Koh Samui

Samui hat ein Lichtspielhaus. Kenner würden es als Kino bezeichnen, manch einer wählt Cinema, Cineplex, The Movies oder andere Bezeichnungen, um sich von der mengenmä?ig breiteren Masse abzuheben. Dort sieht man mich hin und wieder häufig am Wochenende in der Hoffnung auf etwas Kultur. Samui ist arm an Kultur (rein rhetorisch, ich werden den Gegenbeweis bei Gelegenheit antreten). Ich persönlich stehe ja auf das kontemporäre thailändische Kino (Horror-, Love- und Comedytrash), werde aber hin und wieder gezwungen, Hollywood-Filmchen anzusehen.

Nachdem das Kino eröffnet wurde (das muss wohl vor rund drei Jahren gewesen sein), wurde nie wieder etwas daran verbessert oder gar repariert. Man kann bspw. im Saal 2 nicht erwarten, in voller Klangesfülle beglückt zu werden, Saal 1 hat auf der linken Seite Lautsprecher, die kratzen sobald ein paar Raumschiffe explodieren und Saal 3 beglückt durch mehr defekte Sitze (oder sagen wir besser Liegelehnen) als Reihen. Im Foyer des Kinos rostet eine versiffte Popcornmaschine vor sich hin, deren Produkte je nach Putzmittel-Geschmack benannt verkauft werden. Zwei Monitore hängen an der Wand und blinken im Rhytmus der Kabelbrüche vor sich hin.

Man ist das einzige Kino im Umkreis von zweieinhalb Stunden Fahrzeit (Fähre inbegriffen), das erklärt vielleicht die Gleichgültigkeit.

Trotzdem ist es im Kino noch tausendmal besser als mit einer beim Stra?enhändler erworbenen zittrig aus der Handtasche heraus aufgenommenen DVD der jeweils aktuellen Filme. Ein grö?er Raum mit maximal 10 Personen besetzt, ein grö?er Bildschirm und die phantasiereichen Geschichten, die das Zelluloid so von sich gibt. Hach ja…

Jedenfalls begab es sich vorvergangenes Wochenende (das Wochenende vor dem leider viel zu schnell vergangenen letzten Wochenende), dass wir in einem relativ gut (200% über dem Soll von 10 Zuschauern) besuchten Kinosaal sa?en und uns einen Film namens “X-Men — The love movie” ansahen. Es war einige Zeit vergangen, die Protagonisten liebten und hassten sich (je nach der durch den Film festgelegte Rolle) und ich entschied mich angesichts der leeren Popcornschachtel, den Film zu hassen. Schlechte Effekte, dümmliche Monologe (“seems like a lot of good people die around you”) und ein als comical relief dienender fettsüchtiger Boxer, der eher Goldständer referenzierte als die Geschichte vorwärts brachte.

Plötzlich sagte der böse aber unwissende General zum bösen machtmissbrauchenden General sowas wie “ich weiss über Ihren Sohn Bescheid” und meine Aufmerksamkeit war wieder geweckt. Dann ging die Leinwand aus, ein paar kleine Notlämpchen an und wir sa?en vor uns hin.

Nichts Unnormales, so eine kurze Unterbrechung. Es dauerte 10 Minuten und ganz service minded wie die Thais so sind kam eine junge Thekenbedienstete und nuschelte schnell auf Thai ein paar Sätze in den Raum. Die Sextouristen im Raume fragten verwirrt ihre jeweiligen Translamatten, die in unseltenen Fällen auch nur Bahnhof verstanden. Ich meinte was von 10 Minuten gehört zu haben und so warteten wir.

Nach weiteren 10 Minuten wurden wir nach draussen geführt und durften uns an der Kasse Gutscheine für eine Filmvorführung unserer Wahl abholen und nach Hause gehen. Stromausfall. Die beiden anderen Kinosäle wurden vorher abgefertigt, daher die Wartezeit. Zur Regenzeit dürfte das dieses Jahr ein Standardvorkommnis werden und der Sall mit mir drinnen wird immer der letzte sein. Die im Kinokomplex integrierte Bowlingbahn und die Karaokebar dröhnten weiterhin vor sich hin. Dafür hatte man Notstrom, für so einen halbnackten Hugh Dingsbums nicht.

Als wir dann versuchten, vergangenes Wochenende unsere Gutscheine einzulösen, wusste niemand, was das ist und wie man das im Kassensystem eingeben kann.

Thema Kultur: Samui hat jetzt nicht nur ein Lichtspielhaus, es hat auch sein erstes jährliches Filmfestival . Vom 14. bis 16. August diesen Jahres werden an einem noch bekanntzugebenden Ort hier auf der Insel Filme gezeigt , die wohl kein anderes Kino auf der Insel zeigen würde. Ich bin gespannt. Vor allem ob sich das jährlich auf die Austragungszeiten bezieht.